Auf gesunden Sohlen

Wenn Kinder die ersten eigenen Schritte wagen, sind die richtigen Schuhe besonders wichtig. Auf was sollten Eltern beim Einkauf achten?

Kind mit Schuhen © Thinkstock
(Mainz – 28.02.2012) Für die Eltern ist es ein ganz besonderer Moment, wenn das Kind zum ersten Mal ohne fremde Hilfe läuft. In dieser Zeit kommt es besonders auf das richtige Schuhwerk an. „Leider sind nicht alle Schuhe, die der Handel anbietet, empfehlenswert“, sagt Ulrich Betz, Einrichtungsleiter des Instituts für Physikalische Therapie, Rehabilitation und Prävention an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

In seiner „Mainzer Fußschule“ hat der Experte täglich mit Senk-, Spreiz- und Plattfüßen zu tun. Häufig sind diese Fehlstellungen direkte Folge von falschem Schuhwerk. Der Experte rät Eltern deshalb, beim Schuhkauf für den Nachwuchs ganz genau hinzuschauen.

Freiraum für die Füße

„Alle Menschen kommen mit Plattfüßen auf die Welt“, sagt Betz. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre formt sich die typische Wölbung der Fußsohle aus. Dafür sind jedoch Schuhe nötig, die diese Formung auch ermöglichen. Ein guter Schuh gibt den Füßen den Freiraum, den sie benötigen, um sich normal zu entwickeln. „Dafür muss er vor allem weich sein“, betont Betz. Schuhe sollten daher zunächst auf ihre Flexibilität geprüft werden, indem man sie drückt und biegt.

Weiche, fußfreundliche Schuhe aus Naturmaterial wie weichem Leder gehören meist nicht zu den günstigsten Modellen. Aber an der Stelle sollten Eltern möglichst nicht sparen. „Lieber einen guten, teureren Schuh als viele billige. Günstige Schuhe aus dem Schuhdiscounter sind erfahrungsgemäß viel zu hart und unflexibel“, erklärt Ulrich Betz.

In einem Schuh mit harten Sohlen und unnachgiebigen Schäften kann der Kinderfuß sich nicht ausreichend bewegen. Gute gebrauchte Schuhe, zum Beispiel von Geschwistern oder vom Flohmarkt, könnten eine Alternative sein, wenn man nicht so viel Geld ausgeben kann. In diesem Fall sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Sohlen nicht abgelaufen sind.

Den Fuß vermessen

Beim Kauf selbst sollten die Kinderfüße vom Verkaufspersonal genau vermessen werden. Der Schuh sollte ungefähr einen Fingerbreit zu lang sein, um den Zehen Platz zu geben. Zu groß darf er allerdings nicht sein, sonst rutscht der Fuß im Schuh und hat zu wenig Halt. Ein ausgeprägtes Fußbett, das die Fußsohle formt, braucht ein Kinderschuh nicht. Das typische Fußgewölbe bildet sich durch die Fußaktivität des Kindes aus.
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung