EHEC-Epidemie ist zu Ende

In Deutschland sind seit über drei Wochen keine neuen EHEC-Fälle mehr aufgetreten. Das Robert-Koch Institut hat die Epidemie daher offiziell für beendet erklärt. Experten mahnen jedoch an, zukünftige EHEC-Ausbrüche besser zu überwachen.

Laborant untersucht Petrischale © Shutterstock
(Berlin – 27.07.2011) Die größte je beschriebene EHEC-Epidemie in Deutschland ist zu Ende. Das Robert-Koch Institut (RKI) hat sie fast drei Monate nach ihrem Ausbruch nun für beendet erklärt. Deutschlandweit forderten die aggressiven Darmbakterien 50 Todesopfer. Mehr als 4.320 Erkrankungsfälle wurden registriert. Die Behörden wollen etwaige EHEC-Ausbrüche zukünftig besser überwachen.

Seit dem letzten übermittelten Erkrankungsbeginn vor drei Wochen ist kein neuer Erkrankungsfall bekannt geworden. Daher betrachte das RKI den Ausbruch als beendet, teilte das Institut am Dienstag in Berlin mit. Die drei Wochen berücksichtigen den Angaben zufolge die Inkubationszeit, die Zeit für die Diagnosestellung und die Zeit für die Übermittlung eines Falls. „Damit ist der größte EHEC-Ausbruch in Deutschland beendet“, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger.

Forscher rechnen mit mehr Erkrankungen als zuvor

Allerdings rechnen die Forscher künftig damit, dass mehr EHEC-Infektionen gemeldet werden, als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen. Als Gründe nannten sie die erhöhte Aufmerksamkeit für mögliche EHEC-Infektionen sowie eine entsprechend vermehrt durchgeführte Diagnostik. EHEC kann über Ausscheidungen von Menschen übertragen werden, auch wenn diese keine Symptome mehr zeigen. Darüber hinaus ist die Übertragung durch kontaminierte Lebensmittel möglich oder in Einzelfällen direkt von Mensch zu Mensch.

Nicht alle Verzehrwarnungen aufgehoben

Seit Ausbruch der Epidemie Anfang Mai erkrankten nach RKI-Angaben bundesweit 4.321 Menschen an dem gefährlichen Darmerreger; 852 von ihnen litten am lebensbedrohlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS). Bereits am vergangenen Donnerstag hatten die Behörden die generelle Verzehrwarnung vor rohen Sprossen aufgehoben. Lediglich aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen sowie Sprossen und Keimlinge, die aus diesen Samen gezogen wurden, sollten weiterhin nicht roh verzehrt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.07.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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