Allergien vorbeugen

Die Augen jucken, die Nase läuft und das Atmen fällt schwer. Viele Menschen plagt im Sommer eine Allergie. Wer im Herbst froh ist, dass die Leidenszeit vorüber ist, sollte über eine Hyposensibilisierung als Vorbeugung fürs nächste Jahr nachdenken.

Frau leidet unter Allergie © Shutterstock
(München – 14.06.2011) Trotz vielfältiger Therapieangebote lassen sich Menschen mit Heuschnupfen selten ärztlich behandeln. Nur etwa zehn Prozent der Pollenallergiker werden ursächlich therapiert. Die meisten Betroffenen nehmen in der Akutphase Medikamente ein, um Beschwerden wie Augenjucken, Schnupfen, Abgeschlagenheit und weitere körperliche Beeinträchtigungen zu lindern. „Aber nach der Pollenflugsaison vergisst die Mehrzahl der Patienten ihren Leidensdruck wieder“, erklärt Dr. Winfried Goertzen, Vorsitzender des Landesverbands Bayern vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Dabei sind Herbst und Winter der ideale Zeitpunkt, um eine ursächliche Allergietherapie zu beginnen. Die sogenannte Hyposensibilisierung beziehungsweise spezifische Immuntherapie kann die Basis für eine beschwerdeärmere Pollensaison im nächsten Jahr sein. „Wird die Therapie konsequent über drei Jahre jeweils mit einem Behandlungsintervall von etwa vier bis sechs Wochen im Herbst oder Winter fortgesetzt, können Betroffene nahezu Beschwerdefreiheit erlangen“, erklärt Dr. Goertzen. Je früher die Therapie nach Auftreten der ersten Symptomatik begonnen wird, desto größer ist in der Regel der Erfolg. „Aber auch jahrelange Allergiker können von einer Immuntherapie profitieren“, sagt der niedergelassene HNO-Arzt aus Höchstadt.

Etagenwechsel vermeiden

Eine Allergietherapie ist aber nicht nur im Hinblick auf eine lang ersehnte Beschwerdefreiheit sinnvoll. Das Immunsystem eines Allergikers ist in ständiger Alarmbereitschaft und hat kaum Regenerationsphasen. Daher kann sich die Überempfindlichkeit auf andere Organe ausbreiten. „Eine Hyposensibilisierung kann einen sogenannten Etagenwechsel bei Heuschnupfen-Patienten, also die Entwicklung eines allergischen Asthmas, verhindern“, erklärt Dr. Goertzen.

Im Vorfeld einer spezifischen Immuntherapie ist es entscheidend, die Substanzen auf die das Abwehrsystem des Allergikers überempfindlich reagiert, genau zu kennen. „Nach einer ausführlichen Befragung zu den Beschwerden wird mittels eines Hauttests, dem sogenannten Pricktest, die Reaktion auf verschiedene Pollen, Gräser und andere Allergene untersucht. Anhand der Testergebnisse kann der Patient dann über mögliche Therapieoptionen beraten werden“, erläutert der bayerische HNO-Landesvorsitzende den Ablauf der Allergie-Diagnostik. Die Behandlung wird in der Regel von einem HNO-Arzt oder einem Allergologen durchgeführt. Ob die Hyposensibilisierung eine geeignete Therapie ist, sollte immer im Einzelfall entschieden werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.06.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: HNO-Ärzte im Netz; Pollenallergie: Zu wenig Betroffene lassen sich therapieren; www.hno-aerzte-im-netz.de
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