Nierenkrank? Grippeimpfung!

Wer an einer chronischen Nierenkrankheit leidet, sollte sich unbedingt gegen die Grippe (Influenza) impfen lassen. Der Grund: Eine Grippe kann insbesondere bei chronisch Kranken gefährlich werden. 

Mann wird geimpft © iStock
(Berlin – 25.11.2019) Sie gilt als schwere Atemwegserkrankung und ist ansteckend: die Grippe (Influenza). Ältere, aber auch chronisch kranke Menschen sind besonders gefährdet, sich zu infizieren und dass bei ihnen die Grippe einen schwerwiegenderen Verlauf nimmt. Das gilt auch für chronisch nierenkranke Menschen. Risikopatienten sollten sich deshalb im November beim Haus- oder Facharzt gegen Grippe impfen lassen.

Grippe (Influenza) – auch Nierenkranke gehören zur Risikogruppe

Eine Grippe kann gefährlich werden. Die meisten Influenza-Todesfälle treten bei älteren Menschen auf. Vor allem über 60-Jährige haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Grippeerkrankung. Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Herzschwäche und können dazu führen, dass die Influenza bei ihnen tödlich endet. Senioren leiden oft an mehreren Grunderkrankungen wie chronische Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Leber- und Nierenkrankheiten. Diese gehen meist mit einem eingeschränkteren Immunsystem einher, das die Viren nicht mehr so leicht abwehren kann. Rund 20 Prozent der über 60-jährigen Personen und der chronisch kranken Patienten in Deutschland erleiden einen so schweren Grippeverlauf, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Das gilt auch für Patienten mit chronischer Nierenkrankheit. In Deutschland leben etwa 9 Millionen Menschen mit dieser Krankheit (10,4 Prozent der Frauen und 11,8 Prozent der Männer) – viele, ohne es zu wissen. Dialysepflichtig sind allerdings nur 90.000 Patienten und 25.000 Menschen leben mit einer Spenderniere.

Grippeimpfung bei einer Nierenkrankheit unbedingt empfohlen

Selbst eine leichtgradige Einschränkung der Nierenfunktion beeinträchtigt das Immunsystem und macht die Betroffenen anfälliger. Hinzu kommt, dass Nierenpatienten oft betagt sind und an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden. Eine Studie zeigt, dass sie die Patienten mit den komplexesten Krankheitsbildern sind. Eine Schutzimpfung ist allein deshalb schon angeraten. Auch Patienten mit leichtgradiger Nierenfunktionseinschränkung haben ein erheblich erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen, zudem kommt es zu einem deutlichen Anstieg der Sterblichkeit in Abhängigkeit von der Nierenfunktion. Influenza ist eine relevante Ursache für Lungenentzündungen beziehungsweise ein Wegbereiter für andere Erreger.

„Die Nierenfunktion sollte gerade bei Menschen im Seniorenalter regelmäßig vom Hausarzt überprüft werden“, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie Prof. Dr. Andreas Kribben. „Liegt eine chronische Nierenkrankheit vor, raten wir dringend dazu, sich gegen Influenza impfen zu lassen.“ Auch die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für diese Patientengruppe. „Es ist nur ein kleiner Nadelstich, der aber einen großen Schutz für die Patienten bietet.“, sagt Prof. Kribben. Die Impfung kann der Haus- oder Facharzt (Nephrologe) durchführen. Der beste Zeitpunkt dafür ist Oktober oder November. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.11.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN) vom 02.10.2019: Winterzeit ist Grippezeit: Nierenärzte rufen zur Grippeimpfung auf
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