Die Braune Hundezecke in Deutschland

Die Braune Hundezecke breitet sich nun auch in Deutschland aus: Ob sie für den Menschen gefährlich ist und was Sie tun sollten, wenn Ihr Haushalt befallen ist.

Hund wird nach Zecken durchsucht. © iStock
(Stuttgart – 02.08.2019) Sie ist unauffällig, flink und kann schnell zur Plage werden: Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Die eigentlich im Mittelmeerraum und Nordafrika heimische Zecke scheint sich neuerdings auch in Deutschland wohl zu fühlen – vor allem in Wohnungen. In einem neuen Forschungsprojekt der Uni Hohenheim soll die Zeckenart genau untersucht werden: Von ihrer Häufigkeit, Verbreitung, über mögliche Krankheitserreger bis zur Frage, wie man sie eigentlich richtig loswird. Für die Forschung bittet die Universität Hohenheim die Bevölkerung, Funde der Braunen Hundezecke mit Bild zu melden.

So lebt die Braune Hundezecke

Die Braune Hundezecke kann auch Menschen befallen. © Katrin Fachet Die Braune Hundezecke kann auch Menschen befallen.
Um die 25 Grad und trocken hat sie es am liebsten, lauert in kleinen, steinigen Spalten. Und wenn dann noch ein Hund in der Nähe ist, hat die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) den idealen Lebensraum für sich entdeckt.

„Anders als unser Gemeiner Holzbock kann die Braune Hundezecke sehr gut in Wohnungen überleben", sagt Katrin Fachet vom Fachgebiet Parasitologie der Uni Hohenheim. „Heimisch ist sie eigentlich im Mittelmeerraum und Nordafrika, in unseren warmen und vor allem trockenen Wohnungen gefällt es ihr also sehr gut."

Wie die Hundezecke nach Deutschland kommt

Nach Deutschland gebracht wird die Braune Hundezecke wohl mit Urlaubern, vermutet auch Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin und Expertin für Zecken an der Universität Hohenheim. „Wir können davon ausgehen, dass Besitzer, die mit ihren Hunden im Ausland im Urlaub waren, die Braune Hundezecke nach Deutschland bringen. Es wurden aber auch bereits Exemplare an Hunden gefunden, die ihren Hof nie verlassen hatten – ein Hinweis darauf, dass die Art hier möglicherweise bereits Fuß gefasst hat."

Rasche Verbreitung: Nester mit mehreren tausend Zecken möglich

Einmal eingenistet, kann die Braune Hundezecke sehr schnell zu einer sehr unangenehmen Plage werden. „Ein Holzbockweibchen kann bis zu 2.000 Eier legen – ein Hundezeckenweibchen bis zu 4.000. Innerhalb weniger Monate hat man dann schnell mehrere tausend Zecken in der Wohnung.“, sagt Katrin Fachet. Das könnte dann unter Umständen auch gefährlich für den Menschen werden.

Ist die Hundezecke für den Menschen gefährlich?

„Normalerweise befällt die Braune Hundezecke – wie es der Name schon sagt – fast ausschließlich Hunde. Ist die Population aber zu groß und der Wirt reicht nicht mehr aus, dann ist sie nicht wählerisch und sucht sich das Nächstbeste: Den Menschen.", sagt Katrin Fachet. FSME oder Borreliose-Erreger wurde bisher nicht in dieser Zeckenart festgestellt. Dafür jedoch andere Krankheiten. „Die Braune Hundezecke kann zu schweren Erkrankungen der Hunde führen." Auch auf den Menschen übertragbare Krankheiten wie das Mittelmeer-Fleckfieber, ausgelöst durch Rickettsien, bringt sie mit sich.

Das sollten Sie tun, wenn Ihr Haushalt befallen ist

„Wenn Sie annehmen, dass es in Ihrem Haushalt zu einem Befall mit den Braunen Hundezecken gekommen ist, sollten Sie sich mit einem Experten zu dieser Art in Verbindung setzen, der Sie beim weiteren Vorgehen beraten kann“, sagt Katrin Fachet. „Werden in Eigeninitiative die falschen Maßnahmen ergriffen, kann es zu einer erheblichen Verschlimmerung des Befalls mit stark erhöhtem Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier kommen.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.08.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Universität Hohenheim vom 05. Juli: Braune Hundezecke gesucht: Uni Hohenheim forscht an eingewanderter Zeckenart
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