Impfung gegen Gürtelrose wird Kassenleistung

Neu: Bei Menschen ab 60 übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Totstoffimpfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster), bei bestimmten Grunderkrankungen bereits ab 50 Jahren.

Arzt impft alte Patientin. © iStock
(Berlin – 20.05.2019) Entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Totstoffimpfung gegen Herpes zoster (Gürtelrose) als Standardimpfung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. So übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen seit dem 01. Mai 2019 die Kosten der Impfung für Menschen ab 60 Jahren sowie für Menschen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung ab einem Alter von 50 Jahren.

Gründe für die Impfempfehlung der STIKO

Die Impfempfehlung der STIKO für alle Personen ab 60 Jahren berücksichtigt das mit dem Alter zunehmende Risiko für schwere Krankheitsverläufe des Herpes zoster und das Auftreten einer postherpetischen Neuralgie – das sind Nervenschmerzen, die Wochen bis Monate nach Abheilen des Hautausschlages bestehen bleiben können.

Wer sich bereits ab 50 impfen lassen sollte

Personen, die aufgrund einer Grunderkrankung eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung haben, sollten sich der Empfehlung entsprechend bereits ab einem Alter von 50 Jahren impfen lassen. Zu diesen Grunderkrankungen gehören:

Die Impfung: Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Impfserie für den Herpes-zoster-Totimpfstoff besteht aus zwei Impfstoffdosen, die intramuskulär im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten verabreicht werden. Die Wirksamkeit zum Schutz vor Herpes zoster beträgt ab dem Alter von 50 Jahren 92 Prozent und zum Schutz vor postherpetischer Neuralgie 82 Prozent. Der Schutz vor Herpes zoster nimmt zwar mit zunehmendem Alter leicht ab, beträgt bei den über 70-Jährigen aber noch zirca 90 Prozent.

Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Totimpfstoff ist sicher. In den Zulassungsstudien gab es keine Hinweise auf schwere Nebenwirkungen. Allerdings ist der Totimpfstoff sehr reaktogen. Lokalreaktionen, wie Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötung und Schwellung sowie systemische Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen treten etwa bei jeder zehnten geimpften Person auf. Die Impfreaktionen sind jedoch nur von kurzer Dauer und halten ein bis zwei Tage an.
Varizella-zoster-Virus löst Gürtelrose (Herpes zoster) aus
Gürtelrose (Herpes zoster) wird durch das Varizella-zoster-Virus ausgelöst. Das Virus verursacht bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, Windpocken (Varizellen). Nach Abklingen der Windpocken bleibt das Virus lebenslang in den Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeitpunkt Gürtelrose verursachen. Typisch für Gürtelrose ist ein brennender Schmerz, gefolgt von einer zumeist halbseitigen, bandartigen Ausbreitung von Bläschen in dem zum betroffenen Nerv gehörenden Hautareal. Am häufigsten treten die Symptome an Rumpf und Brustkorb auf. Nach Abheilen des Hautausschlages kann ein Nervenschmerz (Postherpetische Neuralgie oder Postzosterschmerz) in der vormals betroffenen Hautregion noch mehrere Monate bis Jahre anhalten und die Lebensqualität erheblich einschränken können.

Nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) erkranken in Deutschland jährlich deutlich mehr als 300.000 Personen an Herpes zoster. Etwa fünf Prozent von ihnen entwickeln als Komplikation die postherpetische Neuralgie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.05.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung vom Gemeinsamen Bundesausschuss vom 07. März 2019: Impfung gegen Gürtelrose wird Kassenleistung
  • Pressemitteilung vom Robert Koch-Institut vom 13.12.2018: Ständige Impfkommission empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose