Frühsommer-Meningoenzephalitis – FSME: Risikogebiete und Impfung

Die Zahl der FSME-Infektionen steigt. Wer in ein Risikogebiet reist oder dort wohnt, sollte sich deshalb rechtzeitig impfen lassen. Wo die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auftritt und mögliche Folgen einer Infektion.

Zeckenschutz © iStock
(Köln – 15.04.2019) Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren werden meist durch Zecken übertragen. Eine Infektion kann zu einer Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks führen.

2018: mehr FSME-Fälle als im Vorjahr

Die Zahl der FSME-Fälle in Deutschland steigt. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 583 FSME-Erkrankungen und damit fast 100 Fälle mehr als im Vorjahr an das Robert Koch-Institut gemeldet. Das ist die höchste Zahl von FSME-Fällen seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001.

Daher rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) allen Menschen, die in FSME-Risikogebiete reisen oder dort wohnen, sich rechtzeitig impfen zu lassen. „Noch ist es Zeit, sich gegen FSME impfen zu lassen, bevor die aktive Zeit im Freien beginnt. Dies gilt nicht nur für Reisende, die in FSME-Risikogebieten Urlaub machen. Auch für diejenigen, die in Risikogebieten leben, ist der Impfschutz gegen FSME wichtig. Jedem, der sich in einer solchen Region im Freien, insbesondere im Wald, aufhält, wird die Impfung gegen FSME empfohlen.", sagt Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Wo die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auftritt

In Deutschland tritt FSME derzeit vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, aber auch im südlichen Hessen (Odenwald), im südöstlichen Thüringen und in Sachsen auf. Außerdem betroffen sind die Landkreise Marburg-Biedenkopf (Mittelhessen), Saar-Pfalz-Kreis (Saarland), Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) und Emsland (Niedersachsen). Außerdem hat das Robert Koch-Institut in diesem Jahr fünf weitere Landkreise als neue Risikogebiete ausgewiesen. Hierzu gehören: der Landkreis Emsland in Niedersachsen, drei Kreise in Bayern – Garmisch-Partenkirchen, Landsberg a. Lech, Kaufbeuren – sowie der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Möglichen Folgen eine Infektion mit FSME-Viren

Die meist durch Zeckenstiche übertragene Infektion mit FSME-Viren kann zu einer Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks führen. Erwachsene erkranken meist schwerer als Kinder. Neben Zecken kann FSME sehr selten auch durch Rohmilchprodukte von erkrankten Ziegen oder Schafen übertragen werden, nicht jedoch von Mensch zu Mensch.

Impfschutz

Mit drei Impfungen wird ein länger anhaltender Impfschutz gegen FSME aufgebaut. Nach dem üblichen Impfschema erhält man je nach Impfstoff die ersten beiden Impfungen im Abstand von 14 Tagen beziehungsweise ein bis drei Monaten. Ein kurzzeitiger Impfschutz besteht ab etwa 14 Tagen nach der zweiten Impfung. Für einen längeren Schutz ist eine dritte Impfung nötig. Sie wird nach weiteren fünf beziehungsweise neun bis zwölf Monaten verabreicht. Eine erste Auffrischung wird nach drei Jahren empfohlen, weitere Auffrischungen sind – abhängig vom Alter – alle drei bis fünf Jahre angeraten.

Auch Borreliose wird von Zecken übertragen

Deutschlandweit können Zecken neben FSME zum Beispiel auch Borreliose übertragen, eine Erkrankung, die im Gegensatz zu FSME durch Bakterien verursacht wird. Sie kann unterschiedlich schwer verlaufen und betrifft vor allem die Haut, das Nervensystem und die Gelenke.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.04.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemeldung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 03.04.2019: Jetzt gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen
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