HPV-Impfung: Langzeitergebnisse zu Wirkung und Nebenwirkungen

Vor zwölf Jahren wurde die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) als Standardimpfung aller Mädchen ab neun Jahren erfolgreich eingeführt, seit letztem Jahr auch für Jungen. Was Studien zur Wirkung und möglichen Nebenwirkungen der Impfung ergeben.

Krankenschwester macht Injektion. © iStock
(Berlin, München – 05.04.2019) 12 Jahre nachdem die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) als Standardimpfung aller Mädchen ab neun Jahren erfolgreich eingeführt wurde, hat die Ständige Impfkommission 2018 die HPV-Impfung auch für alle Jungen im gleichen Altersbereich in den aktuellen Impfkalender aufgenommen. Jungen und Mädchen, die nicht schon früh geimpft wurden, sollen die Impfung bis zum 18. Geburtstag nachholen. Die Kosten werden sowohl von den gesetzlichen Krankenkassen als auch den privaten Krankenversicherungen voll übernommen.

Erkrankungen, die das HPV-Virus auslöst

Mit der Impfung können Erkrankungen, die durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst werden, verhindert werden. Laut Statistik erkranken in Deutschland jährlich 4.600 Frauen neu an einem Zervixkarzinom, 1.600 Frauen sterben jedes Jahr daran. Auch andere Karzinome, insbesondere im Genital- (Scheide, Scheidenvorhof und Penis), Anal- sowie im Mund- und Rachenbereich werden durch diese HP-Viren ausgelöst. Mehr als 30 Prozent aller HPV-bedingten Krebsarten in Europa finden sich bei Männern. In Deutschland liegen für Männer die Fallzahlen an Anal-, Penis- und Kopf-Hals-Karzinomen (Zunge, Mandeln, Mund-Rachenbereich) bei 4.800 Neuerkrankungen und 1.924 Sterbefällen pro Jahr. Neben den bösartigen Erkrankungen werden durch Humane Papillomviren auch übertragbare Warzenbildungen im Genitalbereich bei jeweils etwa 300.000 Männern und Frauen jährlich ausgelöst.

Kondom schützt nicht

Die Übertragung der HP-Viren erfolgt durch Hautkontakte, besonders durch Sexualkontakte und ist durch Kondomgebrauch nicht zu verhindern. Da sich mehr als 80 Prozent aller Menschen im Laufe des Lebens mit HPV infizieren und diese Infektionen symptomlos verlaufen, kann sich das Virus in der Bevölkerung gut verbreiten.

Wenn auch Jungs geimpft werden

Das Mitimpfen der Jungen wird zu einer Verringerung der Virusübertragung und zur deutlichen Reduktion der Krankheitslast von HPV-assoziierten Tumoren bei beiden Geschlechtern führen. Bei hoher Impfbeteiligung besteht sogar die Chance, durch Verringerung des Virusaustausches auch eine Auslöschung von Erkrankungen durch die in den Impfstoffen berücksichtigten HPV-Typen zu erreichen.

Rückgang der Erkrankungszahlen

Nach mehr als 12-jähriger Impfstoff-Anwendung können verlässliche Angaben zu Nebenwirkungen, Wirksamkeit und Sicherheit der HPV-Impfstoffe gemacht werden: So wurde die Effektivität der HPV-Impfung bei Mädchen und Frauen anhand vieler Studien inzwischen bewiesen. In Ländern mit hoher Impfbeteiligung konnte bereits wenige Jahre nach Einführung der Impfung ein Rückgang der Erkrankungszahlen an Genitalwarzen, eine Abnahme der Krebsvorstufen am Gebärmutterhals und sogar eine Verringerung der Krebsdiagnosen festgestellt werden.

Seit Einführung der HPV-Impfung sind laut nach Auswertung aller Melderegister keine schweren bleibenden Schäden aufgetreten, wie die Ständige Impfkommission in ihrer Begründung zur HPV-Impfung der Jungen ausführt. Nebenwirkungen der Impfung sind ebenso selten wie bei den anderen Standardimpfungen im Impfkalender.

Informationen zur Impfung

Die Impfung entfaltet den höchsten Schutzeffekt, wenn vor einem möglichen HPV-Kontakt geimpft wird. Deshalb wird empfohlen, die HPV-Impfung im frühestmöglichen Alter durchführen zu lassen. Zugelassen sind die HPV-Impfstoffe ab einem Alter von neun Jahren, eine Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht. Auch nach dem 18. Geburtstag bis ins höhere Alter ist die Impfung hoch wirksam, und es gibt viele Gründe für die Durchführung der Impfung auch in diesem Altersbereich, die mit dem Frauenarzt besprochen werden sollten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.04.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. vom 06.03.2019: GBCOG: Frauenärztinnen und -ärzte rufen dringend zur HPV-Impfung auf