Geimpft: gegen Gürtelrose

Menschen ab 60 Jahren sollten sich gegen Gürtelrose impfen lassen – das empfiehlt nun die Ständige Impfkommission. Bei einem geschwächten Immunsystem gilt diese Empfehlung bereits ab 50 Jahren. Wie sicher die Impfung ist und welche Nebenwirkungen auftreten können.

Impfung für Senioren © iStock
(Berlin – 14.01.2019) Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Personen ab 60 Jahren die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem Totimpfstoff als Standardimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren (Indikationsimpfung). Allerdings: Die Gürtelrose-Impfung wird erst zur Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie entschieden hat.

In Deutschland sind zwei Impfstoffe gegen Herpes zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen, seit 2013 ein Lebendimpfstoff und seit 2018 ein Totimpfstoff – die Empfehlung der STIKO bezieht sich auf die Impfung mit dem Totimpfstoff, da dieser sicher ist und keine schweren Nebenwirkungen auftreten. Der Lebendimpfstoff wird von der Ständigen Impfkommission aufgrund der eingeschränkten Wirksamkeit und seiner begrenzten Wirkdauer nicht für die Standardimpfung empfohlen. Außerdem ist der Lebendimpfstoff nicht zur Impfung von Personen mit geschwächtem Immunsystem geeignet.

Varizella-zoster-Virus verursacht Windpocken und Gürtelrose (Herpes zoster)

Gürtelrose (Herpes zoster) wird durch das Varizella-zoster-Virus ausgelöst. Das Virus verursacht bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, Windpocken (Varizellen). Nach Abklingen der Windpocken bleibt das Virus lebenslang in den Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeitpunkt Gürtelrose verursachen. Typisch für Gürtelrose ist ein brennender Schmerz, gefolgt von einer zumeist halbseitigen, bandartigen Ausbreitung von Bläschen in dem zum betroffenen Nerv gehörenden Hautareal. Am häufigsten treten die Symptome an Rumpf und Brustkorb auf. Nach Abheilen des Hautausschlages kann ein Nervenschmerz (Postherpetische Neuralgie oder Postzosterschmerz) in der vormals betroffenen Hautregion noch mehrere Monate bis Jahre anhalten und die Lebensqualität erheblich einschränken.

Wie viele Personen sind von Gürtelrose betroffen?

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts, auf Basis von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen, jährlich mehr als 300.000 Personen an Gürtelrose. Etwa fünf Prozent von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer Postherpetischen Neuralgie. Am häufigsten sind ältere Menschen betroffen, Personen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko.

Die Impfung: Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Impfserie für den Herpes-zoster-Totimpfstoff besteht aus zwei Impfstoffdosen, die intramuskulär im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten verabreicht werden. Die Wirksamkeit zum Schutz vor Herpes zoster beträgt ab dem Alter von 50 Jahren 92 Prozent und zum Schutz vor postherpetischer Neuralgie 82 Prozent. Der Schutz vor Herpes zoster nimmt zwar mit zunehmendem Alter leicht ab, beträgt bei den über 70-Jährigen aber noch circa 90 Prozent.

Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Totimpfstoff ist sicher. In den Zulassungsstudien gab es kein Signal für schwere Nebenwirkungen. Allerdings ist der Totimpfstoff sehr reaktogen. Lokalreaktionen, wie Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötung und Schwellung sowie systemische Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen treten etwa bei jeder zehnten geimpften Person auf. Die Impfreaktionen sind jedoch nur von kurzer Dauer und halten ein bis zwei Tage an.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.01.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung vom Robert Koch-Institut vom 13.12.2018: Ständige Impfkommission empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose
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