Saisonbericht Influenza

Nach der Grippewelle ist vor Grippewelle – und die letzte Grippewelle war besonders schwer. Um vor der nächsten Influenza gut geschützt zu sein, gilt: Rechtzeitig impfen lassen.

Frau mit Grippe © iStock
(Berlin – 21.09.2018) Die letzte Grippewelle im Winter 2017/18 ist außergewöhnlich schwer gewesen. Das zeigt der neue Influenza-Saisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert Koch-Instituts.

Die letzte Grippewelle: die schwerste seit 2001

Geschätzt neun Millionen Arztbesuche gab es aufgrund von Influenza im Winter 2017/18 – zwei Millionen mehr als in den starken Grippesaisons 2012/13 und 2014/15. Auf Intensivstationen übertraf die Zahl der Patienten mit schweren akuten respiratorischen Erkrankungen die Vorsaisons deutlich. „Grippe ist eine unterschätzte Erkrankung, vor allem bei der älteren Bevölkerung“, sagt Dr. Silke Buda vom RKI. Bereits für die Saison 2016/17 geht das RKI von 22.900 Todesfällen durch Grippe in Deutschland aus. „Die vergangene Welle könnte sogar noch darüber liegen“. Eine bundesweite Schätzung der jüngsten Influenza-Todesfälle fehlt noch, weil die Daten zu Sterbefällen des Statistischen Bundesamts noch nicht verfügbar sind. Vergleichbare Grippedaten gibt es beim RKI seit 2001.

Schutzmaßnahmen gegen Grippe (Influenza): Wer soll sich wann impfen lassen?

Zunächst wird gründliches Händewaschen mit Seife und Abstand zu Erkrankten empfohlen, um das Erkrankungsrisiko zu verringern. Allerdings ist die Impfung trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit die wichtigste Schutzmaßnahme. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Risikogruppen. Das sind Personen über 60, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal. „Mit keiner anderen Impfung lassen sich hierzulande mehr Leben retten“, sagt Prof. Dr. sagt Lothar H. Wieler, Präsident vom RKI. Besonders ältere Menschen können schwer an der Grippe erkranken oder sogar sterben. „Die Schutzmöglichkeiten müssen besser genutzt werden“. Am besten hilft der Impfschutz, wenn die in der Regel gut verträgliche Impfung im Oktober oder November erfolgt. Grippewellen beginnen oft im Dezember und Januar.

Niedrige Impfquoten in Deutschland

Insgesamt sind in Deutschland zu wenige Menschen gegen Influenza geimpft. Bei den Älteren über 60 Jahre, die am häufigsten im Zusammenhang mit einer Grippeinfektion sterben, ist es nur ein gutes Drittel. EU-Gesundheitsbehörden halten drei Viertel für sinnvoll. Auch in Krankenhäusern ist die Impfquote zu niedrig. In der Saison 2016/17 waren nur rund ein Drittel des Pflegepersonals geimpft – bei den Ärzten waren es rund 60 Prozent. Die Impfung ist medizinischen Berufen zum eigenen Schutz empfohlen, aber auch um Ansteckungen von Patienten zu verhindern.

In dieser Saison erstmals Vierfachimpfstoffe

Das Nationale Referenzzentrum für Influenza am RKI untersucht Proben von Patienten mit Grippesymptomen und charakterisiert die zirkulierenden Viren. Von Beginn an dominierten Influenza-B-Viren. Im Januar 2018 wurde die STIKO-Empfehlung für Vierfachimpfstoffe veröffentlicht. Da die Produktion von Grippe-Impfstoffen mehrere Monate in Anspruch nimmt, können die Hersteller diese Empfehlung für die kommende Saison erstmals berücksichtigen. Vierfachimpfstoffe enthalten Vertreter beider B-Linien. Allerdings ist die Influenzaimpfung auch bei guter Übereinstimmung der zirkulierenden Viren nicht so gut wirksam wie andere Impfungen. Aufgrund der Häufigkeit der Influenza können mit der Impfung dennoch sehr viele Erkrankungen, schwere Verläufe und Todesfälle verhindert werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.09.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung des Robert-Koch-Insituts vom 12.09.2018: Nach der schweren Grippewelle und vor der nächsten Grippewelle: Schutzmöglichkeiten besser nutzen!
  • 20.000 Tote – die unterschätzte Gefahr der Influenza: Die Welt vom 13.09.2018. Online unter: www.welt.de (Stand 20.09.2018)
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