Masern-Fälle auf Höchststand in der Europäischen Region

Dramatischer Anstieg der Maserninfektionen, anhaltende Ausbrüche, dringender Handlungsbedarf – die WHO warnt: Die Zahl der Masernfälle in der EU war in diesem Jahrzehnt noch nie so hoch. Allerdings: Die Zahl der Infektionen in Deutschland ist gegenüber dem Jahr 2017 gesunken. Dies sei allerdings kein Grund zur Entwarnung, mahnt das Robert Koch-Institut.

Masernvirus © Hans R. Gelderblom, Freya Kaulbars. Kolorierung: Andrea Schnartendorff/RKI
(Kopenhagen, Dänemark – 20.08.2018) Die Zahl der Masern-Fälle in Europa war in diesem Jahrzehnt noch nie so hoch. Im ersten Halbjahr 2018 haben sich – laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) – mehr als 41 000 Kinder und Erwachsene mit dem Masernvirus infiziert. Mindestens 37 davon starben. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2017 waren in der WHO-Region Europa 23 927 Menschen erkrankt, 2016 waren es 5273.

„Gesundheit für alle beginnt mit der Impfung.“

„Nachdem wir 2016 die niedrigsten Fallzahlen in diesem Jahrzehnt hatten, erleben wir jetzt einen dramatischen Anstieg der Zahl der Infektionen und anhaltenden Ausbrüche“, sagt Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. Sie fordert die Länder der WHO-Region auf, umfassende Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. „Gute Gesundheit für alle beginnt mit der Impfung.“

In diesen Ländern treten besonders viele Masern-Fälle auf

In diesem Jahr haben bisher sieben Länder – Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Russische Föderation, Serbien und Ukraine – jeweils mehr als 1000 Infektionsfälle bei Kindern und Erwachsenen verzeichnet. Aus all diesen Ländern wurden auch masernbedingte Todesfälle gemeldet – am meisten waren es in Serbien. Mehr als die Hälfte der Masernerkrankungen traten in der Ukraine auf. Der Grund laut WHO: Im Zuge der Konflikte wurden die Routinen für Impfung und Überwachung unterbrochen.

Maserninfektionen in Deutschland

In Deutschland erkrankten nach Informationen des Robert Koch-Instituts im ersten Halbjahr dieses Jahres 387 Personen an Masern – deutlich weniger als im Vergleichszeitraum 2017 (knapp 800). Allerdings stagniert die Impfquote hierzulande seit Jahren bei etwa 93 Prozent, der Virus kann sich so noch ausbreiten.

Das Masernvirus

Das Masernvirus ist extrem ansteckend und breitet sich unter nicht geschützten Personen leicht aus. Akut können Masern-Infektionen bei Kindern Lungen- und Mittelohrentzündungen auslösen. Besonders gefürchtet ist eine Spätkomplikation namens SSPE. Die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis ist eine Entzündung des gesamten Gehirns, die in der Regel tödlich endet.

Damit sich das Masernvirus nicht weiter verbreiten kann, müssen mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Europaweit sind rund 90 Prozent der Menschen geimpft, in einigen Ländern aber auch weniger als 70 Prozent.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.08.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Weltgesundheitsorganisation vom 20.08.2018: Masern erreichen Höchststand in der Europäischen Region