Pilzinfektionen in Mund und Rachen

Werden Pilzinfektionen im Mund und Rachen nicht rechtzeitig behandelt, können sie hartnäckig werden. Wen sie häufig treffen und wie Sie sie erkennen.

Ärztin untersucht den Mund eines Mädchens © iStock
(Neumünster – 22.09.2017) Ein Pilzbefall im Mundraum – sogenannter Mundsoor – ist nicht nur unangenehm, er kann sich bei zu später Behandlung auch ausbreiten und als sehr hartnäckig erweisen. „Ursachen für die entzündete Mund- oder Rachenschleimhaut können beispielsweise eine längere Einnahme von Antibiotika oder Kortison oder auch ein geschwächtes Immunsystem sein, weswegen gerade ältere Menschen sowie Krebs- und HIV-Patienten öfter betroffen sind. Mundtrockenheit ist ein weiterer Risikofaktor für eine Pilzinfektion. Sie tritt häufig im Rahmen eines Diabetes auf, deshalb sind auch Diabetespatienten besonders gefährdet. Aber auch bei Säuglingen ist Mundsoor nicht selten, da bei ihnen die Besiedelung der Mundschleimhaut mit gesunden Keimen noch nicht gut ausgebildet ist“, erklärt Dr. Wolfgang Hornberger vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Bemerken Betroffene auf der Zunge, der Wangeninnenseite und/oder im Rachen eine starke Rötung, gepaart mit weißen Flecken, so handelt es sich meist um eine Pilzinfektion durch den Hefepilz Candida albicans. „Der Belag lässt sich schwer abwischen, darunter befinden sich zum Teil blutige Hautstellen. In schweren Fällen kann der Befall bis in die Speiseröhre reichen. Begleitend treten oft ein Brennen im Mundraum, ein unangenehmer Geschmack und Schluckbeschwerden auf“, sagt der Experte.

Was bei Verdacht auf eine Pilzinfektion zu tun ist – und was nicht

Bei einem Verdacht sollten Betroffene zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen, um die Infektion rasch zu behandeln. „Pilzabtötende Medikamente – sogenannte Antimykotika – in Form einer Tinktur oder Gurgellösung helfen in der Regel, den Belag innerhalb von etwa acht bis zehn Tagen wieder zu beseitigen“, so Dr Hornberger. Vor Selbstmedikation wie Gurgeln mit Kamillenlösung warnt der Experte: „Die Pflanze mit eigentlich entzündungshemmender Wirkung trocknet die Mundschleimhaut weiter aus und fördert damit den Mundsoor. Eine Pilzinfektion im Mund- und Rachenraum sollte generell fachgerecht behandelt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Außerdem sollte auf eine gute Mundhygiene und einen regelmäßigen Zahnbürstenwechsel geachtet werden.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte (www.hno-aerzte-im-netz.de): Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum frühzeitig behandeln