Hepatitis A und B: So können Sie sich schützen

Hepatitis A und Hepatitis B sind Krankheiten, die auch beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Schutz vor Ansteckung bietet eine Impfung.

Mann und Frau im Bett © iStock
(Hannover – 04.09.2017) Heute ist der Welttag Sexuelle Gesundheit: Neben Erkrankungen wie Chlamydien, Syphilis und Gonorrhoe gehören auch Hepatitis A und Hepatitis B zu den sexuell übertragbaren Krankheiten – den Sexually Transmitted Infections (STI). Wer über die Gefahren aufgeklärt ist und sich schützt, kann seine Sexualität sicher ausleben und genießen. „Den diesjährigen Tag der sexuellen Gesundheit nehmen wir zum Anlass, auf die Präventionsmöglichkeiten durch eine Impfung hinzuweisen. Den sichersten Schutz vor Hepatitis A und vor der hauptsächlich durch sexuelle Kontakte übertragenen Hepatitis B bietet eine Impfung“, erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns von der Deutschen Leberstiftung.

Hepatitis A kann zu akutem Leberversagen führen

Hepatitis A ist eine virale Lebererkrankung. Das Hepatitis-A-Virus wird meist durch den Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln oder kontaminiertem Wassers – auch in gefrorener Form, etwa als Eiswürfel – übertragen. Es kann aber auch durch sexuelle Kontakte zu einer Übertragung kommen. Beim Geschlechtsverkehr wird die Hepatitis-A-Virusinfektion durch oral-anale Praktiken übertragen. Auch wenn Finger oder Sex-Toys, die Kontakt mit dem Anus hatten, zum Mund geführt werden, besteht Infektionsgefahr. Hepatitis A klingt zwar bei gesunden Menschen in der Regel nach einer Weile von selbst ab, doch bei älteren oder kranken Menschen kann sie auch zu einem akuten Leberversagen führen. Eine Impfung schützt vor Hepatitis A.

Hepatitis B ist hochansteckend

Das Hepatitis-B-Virus ist extrem ansteckend und wird hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen. Das Blut von Hepatitis-B-Infizierten ist so ansteckend, dass schon eine geringe Menge, die mit den Augen nicht erkennbar ist, für eine Infektion ausreichend sein kann. Das Hepatitis-B-Virus ist auch in allen Körperflüssigkeiten enthalten, die beim Sex eine Rolle spielen: Samenflüssigkeit und Lusttropfen, Vaginalsekret und Urin. Auch Tätowierungen oder Piercings und Rasuren, die nicht steril durchgeführt werden, zählen zu den Übertragungswegen.  

Hepatitis-B-Virusinfektionen verlaufen in etwa fünf bis zehn Prozent aller Fälle chronisch – dann besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder Leberzirrhose. Vor allem bei einer bestehenden Zirrhose ist das Risiko für einen Leberzellkrebs deutlich erhöht. Größtmöglichen Schutz vor einer Übertragung des Hepatitis-B-Virus gewährleistet eine entsprechende Impfung. Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D, da diese Erkrankung nur mit Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Leberstiftung: Deutsche Leberstiftung zum Welttag für sexuelle Gesundheit: Hepatitis-Virus ist sexuell übertragbar