Viele Hantavirusfälle

In diesem Jahr gibt es besonders viele Hantavirus-Infektionen. Warum das so ist und wie Sie einer Ansteckung vorbeugen können.

Rötelmaus © iStock
(München – 21.06.2017) In diesem Jahr treten besonders viele Fälle des Hantavirus auf. Waren es im gesamten vergangenen Jahr nur 282 Fälle, so wurden dem Robert Koch-Institut seit Jahresbeginn bereits 672 Fälle gemeldet. Besonders stark betroffen ist das Bundesland Baden-Württemberg. Grund für das vermehrte Auftreten: Im vergangenen Jahr gab es besonders viele Bucheckern, von denen sich die Rötelmaus hauptsächlich ernährt. Dadurch stieg auch die Population dieser Mäuseart stark an. Rötelmäuse sind in Deutschland einer der Hauptüberträger des Hantavirus.

Wie wird das Hantavirus übertragen?

Die Mäuse scheiden das Hantavirus über ihren Kot, Urin und Speichel aus. Wird kontaminierter Staub aufgewirbelt und ein Mensch atmet die Erreger ein, kann er sich infizieren. Auch durch einen Biss ist eine Ansteckung möglich. Die Gefahr einer Übertragung von Mensch zu Mensch oder über Haustiere, Mücken oder Zecken besteht laut Robert Koch-Institut wahrscheinlich nicht.

Symptome des Hantavirus

Oft verläuft eine Hantavirus-Infektion unbemerkt – es treten also entweder nur leichte oder gar keine Symptome auf. Treten Beschwerden auf, dann nimmt die Erkrankung zunächst einen grippeähnlichen Verlauf. Dabei kann es zu drei bis viertägigem hohem Fieber (über 38 Grad Celsius), Bauch-, Rücken- und Kopfschmerzen kommen. Nach dieser Krankheitsphase kann der Blutdruck abfallen und es können Nierenfunktionsstörungen bis hin zum akuten Nierenversagen auftreten.

So können Sie einer Infektion mit dem Hantavirus vorbeugen

Um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, sollten Sie den Kontakt zu Nagern und deren Ausscheidungen vermeiden und bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen. Das bedeutet vor allem zu verhindern, dass Nager in Ihren Wohnbereich eindringen – zum Beispiel indem Sie Ritzen und Fugen an Türen, Fenstern und Wänden mit Stahlwolle abdichten und Lebensmittel für Nager unzugänglich aufbewahren.

Tragen Sie außerdem beim Fegen und anderen Tätigkeiten, die Staub aufwirbeln können, am besten eine Staubmaske. Auch beim Stapeln und Umschichten von Holz sollten Sie vorsichtig sein.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.06.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 24/2017
  • Robert Koch-Institut: Informationen zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen