Infekt nach dem Baden

Nässe und Kälte – etwa im Schwimmbad – machen Frauen anfälliger für Harnwegsinfekte. Wie Sie ohne Blasenentzündung durch die Badesaison kommen.

Bikini an einer Leine am Strand aufgehängt © iStock
(München – 31.05.2017) Schon am Abend nach einem ausgedehnten Schwimmbadbesuch stellen Mädchen und Frauen manchmal fest, dass das Wasserlassen schmerzt. Zu dem Brennen beim Wasserlassen kommt innerhalb kurzer Zeit noch Harndrang hinzu – also das Gefühl, selbst bei sehr kleinen Harnmengen auf die Toilette zu müssen. „Diese beiden Symptome sind typisch für einen beginnenden akuten Harnwegsinfekt“, erklärt Dr. Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte. „Durch Nässe und Kälte kann der Selbstschutz der Haut im Intimbereich verloren gehen. Dadurch können sich die Keime, die sich auf der Haut befinden, besser ausbreiten.“ Bei diesen Keimen handelt es sich nicht um Krankheitserreger, mit denen die Frauen erst im Schwimmbad durch verunreinigtes Wasser in Kontakt kommen, sondern es sind ihre eigenen Darmbakterien, mit denen der Intimbereich immer in geringer Menge besiedelt ist.

Was die Beschwerden lindern kann und wann Sie zum Arzt sollten

„Viel trinken kann vor allem in den frühen Stadien helfen, die Bakterien aus der Blase wieder auszuschwemmen“, erklärt der Frauenarzt. „Auch Warmhalten hilft, die Symptome zu lindern. Wenn allerdings am nächsten Tag noch keine deutliche Besserung eingetreten ist, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Vermehrung der Keime durch das Immunsystem nicht eingegrenzt werden kann. Allerspätestens nach zwei Tagen sollte ein Besuch beim Arzt erfolgen – und dann müssen Antibiotika eingenommen werden. Denn sonst droht die Gefahr, dass die Keime von der Harnblase bis in die Niere aufsteigen und eine gefährliche Nierenbeckenentzündung auslösen.“ Auch Schwangere müssen in diesem Fall unbedingt geeignete Antibiotika einnehmen, weil unbehandelte Harnwegsinfekte vorzeitige Wehen auslösen können.

So können Sie Blasenentzündungen vermeiden

„Manche Frauen leiden darunter, dass bei ihnen Harnwegsinfekte ständig wiederkommen“, sagt Albring. Der Frauenarzt gibt für die Sommermonate wichtige Verhaltenstipps:
  • Nicht zu lange im Wasser aufhalten
  • Nach dem Baden immer sofort abtrocknen und trockene Kleidung anziehen
  • Darauf achten, dass der Intimbereich und die Füße nicht auskühlen
„Das sind wichtige Regeln, damit die Abwehr gegen die Krankheitserreger intakt bleibt“, so der Experte. Außerdem sollte der Frau klar sein, dass es in den allermeisten Fällen ihre eigenen Darmbakterien sind, die – in die Harnröhre verschleppt – die unangenehmen Symptome auslösen. Deshalb sollte sie darauf achten, dass die Darmkeime möglichst weder beim Waschen noch nach dem Toilettengang in den Schambereich gelangen. Es konnte auch nachgewiesen werden, dass beim Tragen von Stringtangas verstärkt Keime zwischen die Schamlippen verschleppt werden. Frauen, die häufig unter einer Blasenentzündung leiden, sollten deshalb geeignete Bademode und auch geeignete Unterwäsche tragen – möglichst aus Baumwolle, die bei 60 Grad gewaschen werden kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.05.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverband der Frauenärzte: Ohne Harnwegsinfekte durch die Badesaison