Hilfe bei Erkältung

Viele plagt gerade eine dicke Erkältung. Was Halsschmerzen, Schnupfen und Husten lindert und wann Antibiotika sinnvoll sind.

Frau liegt mit Erkältung auf dem Sofa © iStock
(Köln – 10.02.2017) Die Nase läuft, der Hals kratzt, die Augen tränen – in der kalten Jahreszeit kommen die meisten nicht um eine Erkältung herum. Manche von ihnen hoffen, die lästigen Symptome mit Antibiotika möglichst schnell wieder loszuwerden. Doch der voreilige Griff zu diesen starken Medikamenten schadet meist eher als dass er nutzt. Wie eine Erkältung verläuft, was dagegen hilft und wann Antibiotika nötig sind.

Sind Antibiotika bei einer Erkältung sinnvoll?

Antibiotika helfen gegen Bakterien. Erkältungen werden aber fast immer von Viren ausgelöst. Bei den üblichen Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen sind Antibiotika also nutzlos. Sie lindern weder die Symptome noch verkürzen sie die Dauer der Erkrankung. Anders ist es, wenn sich die Patienten zusätzlich eine bakterielle Infektion eingefangen haben – eine sogenannte Superinfektion. Typische Anzeichen dafür sind eitriger Schnupfen, vereiterte Mandeln, Fieber, grünlich-gelber Auswurf oder Atemnot. Patienten sollten daher genau abklären lassen, ob Antibiotika in ihrem Fall sinnvoll sind oder nicht – und welches Präparat das richtige ist. Um das abzuklären, kann der Arzt eine Blutuntersuchung durchführen oder einen Abstrich aus Nase oder Rachen nehmen.

Bei einer Antibiotikatherapie an die Anweisungen des Arztes halten

Aktuelle Studien raten von einem breiten Einsatz von Antibiotika bei leichten Erkrankungen wie Erkältungen ab. Bakterien können sich an die Wirkstoffe gewöhnen und resistent werden. Das bedeutet: Bei einer schweren Erkrankung kann der Patient in Lebensgefahr geraten, weil die Präparate nicht mehr wirken. Außerdem haben die meisten Mittel starke Nebenwirkungen. Sie töten nicht nur die schädlichen Bakterien, sondern setzen auch der Haut-, Mund- und Darmflora zu. Deshalb können Durchfälle, Ausschläge oder Pilzinfektionen die Folge sein. Antibiotika sollten daher so sparsam wie möglich zum Einsatz kommen.

Wenn es aber einmal nötig ist, sollten sich die Patienten unbedingt an die Anweisungen des Arztes halten, was Dosierung und Dauer der Einnahme angeht. Denn viele setzen die Tabletten ab, sobald sie sich besser fühlen. Doch Bakterien sind zäh. Wenn einige überleben, können sich neue Stämme bilden – und das Risiko für eine erneute Erkrankung und eine Resistenz steigt.

Was viral ausgelöste Erkältungen lindert

Die meisten Infekte heilen von selbst aus: In aller Regel erreichen Erkältungen nach zwei bis drei Tagen ihren Höhepunkt – nach etwa einer Woche sollte das Schlimmste überstanden sein. Währenddessen sind Ruhe und ausreichend Flüssigkeit die besten Helfer. Schnupfennasen sollten sich also warm eingepackt aufs Sofa legen und zwei bis drei Liter Wasser oder Kräutertee am Tag trinken.

Die Beschwerden lassen sich mit den klassischen Hausmitteln lindern. Eine Packung mit klein gehackter Zwiebel hilft zum Beispiel bei Ohrenschmerzen. Eine heiße Hühnersuppe verbessert das Wohlbefinden – zudem lässt ihr Dampf die Sekrete aus den Atemwegen abfließen. Gurgeln mit einem Aufguss aus Salbei, wilder Malve oder Kamille wirkt wohltuend bei Heiserkeit und Halsschmerzen, bei Husten haben sich Thymian und Spitzwegerich bewährt.

Auch in der Apotheke gibt es eine Reihe rezeptfreier Erkältungsmittel: Schmerztabletten stillen Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Nasensprays sorgen für freien Atem. Je nach Bedarf spricht nichts gegen den Einsatz von Schleimlösern, Halspastillen oder Hustenstillern. Doch bitte beachten Sie: Diese Mittel bekämpfen nur die Symptome. Die Ursache selbst, also die Viren, kann nur das körpereigene Immunsystem besiegen – und das braucht seine Zeit. Bei hohem Fieber, starken Schmerzen oder wenn die Symptome nach sieben Tagen nicht nachlassen, ist ein Besuch beim Arzt ratsam.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der DKV Deutsche Krankenversicherung: Antibiotika bei Erkältung?