Impfung gegen Grippe

Die Grippesaison steht vor der Tür. Besonders bei bestimmten Risikogruppen kann die Influenza schwer verlaufen. Wem eine Impfung empfohlen wird.

Senior bekommt Impfung © iStock
(Köln – 02.11.2016) Mit der kalten Jahreszeit beginnt die Grippesaison. Besonders ältere und chronisch kranke Menschen tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe bei einer Influenza – dennoch lassen sich viele Menschen nicht dagegen impfen. Die Gefahren der Erkrankung, aber auch Nutzen und Risiken der Impfung werden laut Deutscher Gesellschaft für Infektiologie (DGI) vielfach falsch eingeschätzt. Die Fachgesellschaft empfiehlt insbesondere älteren und chronisch kranken Menschen, sich jetzt gegen Grippe impfen zu lassen.  

Zwischen 50 und 60 Prozent der über 65-Jährigen lassen sich jedes Jahr gegen Influenza impfen – bei den chronisch kranken Menschen lag die Quote in den vergangenen Jahren bei 40 bis 60 Prozent. „Das sind besorgniserregend schlechte Quoten, wenn man bedenkt, dass gerade diese Gruppen durch Influenza besonders gefährdet sind“, sagt Prof. Dr. Bernd Salzberger, Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Regensburg und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI). In der gesamten Bevölkerung liegt die Influenza-Impfrate bei etwa 30 Prozent.

Zu wenig Vertrauen in die Impfung

Unzureichendes Vertrauen in die Impfung und die Ansicht, Influenza sei keine gefährliche Erkrankung, sind die am häufigsten genannten Gründe von Menschen, die nicht geimpft sind. Dies zeigte eine 2015 veröffentlichte Umfrage von Forschern des Robert Koch-Instituts unter rund 1.500 Erwachsenen. So war beispielsweise die Hälfte der älteren und chronisch kranken Menschen – also derjenigen, denen die Impfung explizit empfohlen wird – der Ansicht, die Influenzaimpfung könne die Erkrankung selbst auslösen. „Das ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Tatsächlich ist dies aber nahezu ausgeschlossen, denn die Impfung enthält Proteine aus abgetöteten Erregern – also keine vermehrungsfähigen Erreger“, erklärt Salzberger. „Richtig ist vielmehr, dass die Impfung manchmal Symptome einer Erkältung – leichtes Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen – nach sich ziehen kann, die aber mit der Schwere von Influenzasymptomen nicht zu vergleichen sind. Schwere Nebenwirkungen der Impfung sind extrem selten.“  

Auch die Einschätzung, Influenza sei keine gefährliche Erkrankung, zeige, dass vielfach nicht klar unterschieden werde, so der Experte. „Influenza ist kein grippaler Infekt, sondern eine Infektionskrankheit, die mit hohem Fieber einhergeht – gerade für ältere Menschen und solche mit geschwächtem Immunsystem ist sie also durchaus gefährlich.“

Impfung bietet keinen 100-prozentigen Schutz

Ein Nachteil der Influenzaimpfung ist, dass sie keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Infektion bietet. „Die Impfung kann theoretisch zwischen 70 und 80 Prozent der Infektionen verhindern. Allerdings nur, wenn der jährlich neu zusammengesetzte Impfstoff auch jene Virenstämme enthält, die später dann tatsächlich zirkulieren“, sagt Salzberger. Influenzaviren mutieren jedoch sehr rasch. Deshalb kann es vorkommen, dass während der Grippewelle Viren im Umlauf sind, die der mit Vorlauf hergestellte Impfstoff nicht abdeckt.  

„Vakzine, die zusätzliche Virenstämme enthalten, sogenannte quadrivalente Impfstoffe, erreichen hier einen deutlich besseren Impfschutz“, so der Experte. Diese werden von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht regelhaft übernommen. „Für ältere Menschen, bei denen die Impfantwort – also das Ansprechen auf die Impfung – oft schwächer ausfällt, gibt es jedoch gute Strategien, um die Wirksamkeit der Impfung zu erhöhen“, sagt Salzberger. Dazu zähle etwa die Verabreichung einer höheren Impfdosis.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.11.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Influenza: DGI empfiehlt Älteren und chronisch Kranken die Impfung
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