Heilung bei Hepatitis C

Noch vor wenigen Jahren gab es nur für wenige Hepatitis-C-Patienten Chancen auf Heilung. Dank neuer Medikamente hat sich das mittlerweile geändert.

Frau spricht mit Ärztin © Thinkstock
(Wiesbaden – 28.07.2016) Im Gegensatz zu Hepatitis A oder B gibt es gegen Hepatitis-C-Viren (HCV) keine Impfung. Bei HCV handelt es sich um besonders aggressive Virustypen. Daher gilt Hepatitis C als die gefährlichste unter den virusbedingten Leberinfektionen. Weltweit sind etwa 60 bis 105 Millionen Menschen mit HCV infiziert – in Deutschland sind es 250.000 bis 500.000, davon mehr als die Hälfte unwissend. Ist die HCV-Infektion nicht bekannt, bleiben die Betroffenen unbehandelt – und laufen dann Gefahr, infolge des schleichend fortschreitenden, chronischen Verlaufs eine schwere Leber-Folgeerkrankung zu entwickeln. Das kann zum Beispiel eine Leberzirrhose mit Verhärtungen des Lebergewebes und zunehmendem Funktionsausfall der Leberzellen oder auch Leberkrebs sein, bei dem eine Lebertransplantation oft die einzige Überlebenschance bietet. So sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr rund 500.000 Menschen an HCV-bedingten Lebererkrankungen. Dabei ist Hepatitis C mittlerweile gut behandelbar und in mehr als 90 Prozent der Fälle sogar heilbar. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) anlässlich des heutigen Welt-Hepatitis-Tags hin.

Mittlerweile gute Heilungschancen

„Dass eine Heilung von Hepatitis C heutzutage möglich ist, stellt einen Quantensprung in der Therapie von Hepatitis-C-Infektionen dar, der vielen wahrscheinlich gar nicht bewusst ist. Dabei waren noch vor wenigen Jahren die Behandlungsaussichten von Hepatitis-C-Patienten sehr schlecht, da nur rund 50 Prozent der HCV-Infizierten – zum Beispiel wegen Interferonunverträglichkeit – überhaupt für eine Therapie infrage kamen. Diejenigen, die behandelt wurden, konnten wiederum nur mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit geheilt werden. Das heißt: Noch vor wenigen Jahren gab es für mehr als die Hälfte der Hepatitis-C-Patienten keine Heilungsmöglichkeit", erklärt Dr. Dietrich Hüppe, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Hepatitis C-Registers.

Demgegenüber ist Hepatitis C heutzutage in über 90 Prozent der Fälle heilbar. Die neuen, direkt antiviral wirkenden Medikamente – abgekürzt DAA (direct acting antivirals) – greifen unmittelbar in die Vermehrung des HCV ein und können so schneller, häufiger und mit weniger Nebenwirkungen als die bisherigen Therapien mit Interferon eine dauerhafte Virenbefreiung (Elimination) erreichen.

Infektion kann zum Beispiel bei Check-Up35+ entdeckt werden

„Die wahre Herausforderung, um Hepatitis C vollständig ausrotten zu können, besteht aber darin, möglichst alle chronisch infizierten Menschen zu finden – zumal diese unwissentlich auch andere mit dem Virus anstecken können. Eine gezieltere Befragung und Untersuchung von Patienten, die möglicherweise mit HCV infiziert sein könnten, ist daher ein wichtiger Schlüssel zur Eliminierung der Hepatitis C“, sagt Dr. Hüppe. Verdachtsfälle lassen sich durch eine einfache Laboruntersuchung – dem anti-HCV-Antikörper-Bluttest – abklären.

Das Virus kann über Blut und sexuell übertragen werden, insofern sind Drogenkonsumenten, Empfänger von Blut oder Blutprodukten, Dialysepatienten und Menschen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren, besonders infektionsgefährdet. Aber auch medizinisches Personal, das tagtäglich mit Injektionsnadeln umgeht, hat ein hohes Infektionsrisiko – ebenso Migranten aus sogenannten Hochprävalenzländern, also Ländern mit häufigen HCV-Infektionenwie Russland, sowie HIV-Positive, die sechsmal so häufig wie HIV-Negative mit HCV infiziert sind.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.07.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Internisten (www.internisten-im-netz.de): Hepatitis C ist heilbar
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