Zecken: jetzt impfen?

Es wird wärmer, das gefällt auch den Zecken. Jetzt sind sie wieder vermehrt aktiv – und übertragen Krankheiten. Vor FSME kann eine Impfung schützen.

Zecke © Thinkstock
(Bonn – 22.04.2016) Der Frühling ist da und lockt Spaziergänger, Gärtner und Jogger ins Freie. Doch auch unliebsame Wald- und Gartenbewohner werden jetzt zunehmend aktiv: Zecken. In einigen Gebieten Deutschlands und Europas tragen die Spinnentiere ein Virus in sich, das Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verursachen kann. Wer in einem betroffenen Gebiet wohnt oder dort einen längeren Aufenthalt plant, sollte sich jetzt durch eine Impfung vor der gefährlichen Hirnhauterkrankung schützen.
FSME ist viel seltener als beispielsweise die ebenfalls durch Zeckenstiche übertragbare Lyme-Borreliose, die bei frühzeitiger Diagnose mit Antibiotika meist gut behandelt werden kann. Zudem führt längst nicht jeder Stich durch eine mit dem FSME-Virus infizierte Zecke auch zur Erkrankung. Nur jeder dritte Infizierte bemerkt Krankheitssymptome, bei etwa der Hälfte verläuft die Erkrankung leicht. Warum empfiehlt das Robert Koch-Institut dennoch, sich gegen FSME impfen zu lassen?

FSME kann schwer verlaufen und Folgeschäden verursachen

„Erstens gibt es gegen FSME keine Medikamente“, erklärt Erhard Hackler vom Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz. „Zweitens verläuft die Erkrankung bei einem Teil der Betroffenen sehr schwer und kann ernste Komplikationen nach sich ziehen.“ So greift das Virus bei 20 bis 40 Prozent der Erkrankten auf das zentrale Nervensystem über und führt zu Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns oder des Rückenmarks. Typische Beschwerden sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Vor allem wenn Gehirn und Rückenmark betroffen sind, kann es zu langanhaltenden oder sogar dauerhaften Folgeschäden kommen – zum Beispiel Atemproblemen, Schmerzen, Wahrnehmungsstörungen, Lähmungen und dem Ausfall von Reflexen.

Geimpft in die Zecken-Hauptsaison

Vor einer Infektion mit FSME schützt eine Impfung – bestehend aus drei Teilimpfungen. Um im Sommer geschützt zu sein, sollte die erste Impfung jetzt erfolgen, die zweite – je nach Impfstoff – im Abstand von ein bis drei Monaten. Mit der dritten Spritze nach weiteren fünf bis zwölf beziehungsweise neun bis zwölf Monaten erlangt der Körper eine Grundimmunisierung, die etwa drei Jahre anhält.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.04.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz: Zeckensaison hat begonnen – In FSME-Risikogebieten jetzt für Impfschutz sorgen
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung