Magen-Darm-Virus im Winter

In der kalten Jahreszeit haben Noroviren, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen, Hochsaison. Was bei einer Infektion zu beachten ist.

Frau sitzt auf der Toilette © Thinkstock
(Berlin – 10.02.2016) Wenn es kalt ist, haben Noroviren Hochsaison: Fast die Hälfte aller 89.000 Infektionen, die im vergangenen Jahr in Deutschland registriert wurden, fiel auf die Monate Januar bis März. Dabei wurden hier nur Fälle erfasst, bei denen das Magen-Darm-Virus durch eine Laboruntersuchung nachgewiesen wurde – die tatsächliche Zahl liegt um ein Vielfaches höher.

Noch zwei Tage zu Hause bleiben und auf Hygiene achten

Der wirksamste Schutz besteht in häufigem und sorgfältigem Händewaschen, so die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Erkrankte sollten noch zwei Tage zu Hause bleiben, wenn die Symptome abgeklungen sind. „Wenn Betroffene zu früh wieder in Kontakt mit anderen Menschen treten, besteht ansonsten das Risiko, dass sich die Noroviren weiter ausbreiten“, erklärt Prof. Dr. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena. Zudem sollten Betroffene auch im Anschluss an eine Erkrankung auf sorgfältige Hygiene achten. „Der Körper scheidet die Viren noch über ein bis zwei Wochen aus“, so der Experte.

Viel trinken

In den meisten Fällen ist es laut Stallmach sinnvoll, zu Hause abzuwarten, bis Durchfall und Erbrechen vorbei sind. Da die Krankheit dem Körper Wasser und Elektrolyte entzieht, sollten Erkrankte viel trinken: verdünnte Säfte, Brühe oder gezuckerter Tee können die Verluste ausgleichen. Selten ist eine Infusion notwendig.

Kinder und ältere Menschen erkranken häufiger und schwerer

„Kinder unter fünf und ältere Menschen über 70 Jahren erkranken nicht nur häufiger, sondern oft auch schwerer als andere Altersgruppen“, sagt Stallmach. Wenn Angehörige oder Pflegende feststellen, dass sich der Allgemeinzustand des Patienten verschlechtert, sollten sie medizinische Hilfe suchen. Wichtig dabei: die Voranmeldung in der Klinik oder der Praxis. Denn dort kann sich das Virus weiter ausbreiten und andere gefährden. „Für schwerkranke Patienten in Kliniken kann eine Norovirus-Infektion lebensbedrohlich sein. Deshalb müssen Erkrankte – wenn möglich – isoliert werden“, so der Experte.

So schützen Sie sich vor einer Norovirus-Infektion

Es gibt einige Maßnahmen, die helfen können, sich vor Noroviren zu schützen: „Das Wichtigste ist, sich möglichst von Erkrankten fernzuhalten und separate Toiletten zu benutzen“, sagt Stallmach. Denn Noroviren sind hochansteckend. „Pflegende und Angehörige sollten beim Waschen von Kleidungsstücken und Handtüchern oder beim Putzen der Toilette unbedingt Einmalhandschuhe benutzen.“  

Damit beim Ausziehen der Handschuhe keine Erreger an die Hände gelangen, wenden Profis folgende Technik an: Zunächst zieht die eine Hand den Handschuh der anderen ab und hält diesen locker in der Hand. Dann krempelt die freie Hand vom Arm her vorsichtig den zweiten Handschuh über den ersten. Anschließend wandern beide in den Müll.  

Da Noroviren gegenüber vielen Desinfektionsmitteln unempfindlich sind, bleiben sie auch nach sorgfältigen Putzaktionen meist noch im Umlauf. Sie überstehen Temperaturen von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius und halten sich nicht nur im Privathaushalt, sondern auch in Kitas und Senioreneinrichtungen äußerst hartnäckig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.02.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Norovirus: Nach der Erkrankung noch zwei Tage zu Hause bleiben
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