Gefährliches Zikavirus?

Für ungeborene Kinder kann das Zikavirus, das derzeit vor allem in Lateinamerika grassiert, gefährlich sein. Was Schwangere beachten sollten.

Aedes-Mücke © Thinkstock
(München – 28.01.2016) Derzeit grassiert in einigen Ländern Lateinamerikas, zum Beispiel Brasilien, Bolivien, Kolumbien und Venezuela, das sogenannte Zikavirus. Es wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen – vor allem durch die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, die in weiten Teilen der Tropen und zum Teil auch in den Subtropen verbreitet ist. Aber auch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die auch in gemäßigten Breiten vorkommt, könnte ein möglicher Überträger sein.

Symptome: Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen

Eine Infektion kann sich durch Symptome wie Fieber, Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Bindehautentzündung äußern – seltener kommt es auch zu Muskel- beziehungsweise Kopfschmerzen und Erbrechen. Unter dem Hautausschlag leiden Betroffene im Schnitt sechs Tage, die anderen Symptome halten nicht so lange an. Im Krankenhaus müssen Infizierte meist nicht behandelt werden. Ein Großteil der Infektionen verläuft vermutlich ganz ohne Symptome.

Virusinfektion könnte für ungeborene Kinder gefährlich sein

Gefährlich könnte das Virus jedoch für ungeborene Kinder werden. Seit September 2015 wird aus Brasilien berichtet, dass es bei Kindern, deren Mutter sich während der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infiziert hat, vermehrt zu einer sogenannten Mikrozephalie gekommen ist. Dabei haben Neugeborene einen besonders kleinen Kopf – und dementsprechend auch ein kleineres Gehirn – und leiden häufig unter einer geistigen Behinderung. Es besteht daher der Verdacht, dass einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit Zikaviren in der Schwangerschaft und den Fehlbildungen bei ungeborenen Kindern besteht.

Das sollten Schwangere beachten

Das Robert Koch-Institut und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit raten Schwangeren, Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen möglichst zu vermeiden. Da eine Impfung gegen das Virus derzeit nicht zur Verfügung steht, sollten sich Schwangere – wenn eine Reise in ein betroffenes Gebiet unvermeidlich ist – bestmöglich vor Mückenstichen schützen, indem sie
  • Moskitonetze verwenden,
  • helle imprägnierte Kleidung tragen, die so viel Haut wie möglich bedeckt,
  • unbedeckte Hautstellen mit mückenabweisenden Mitteln mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin einreiben,
  • sich in mückensicheren Räumen (etwa mit Fliegengittern und einer Klimaanlage) aufhalten.
Außerdem sollten sie sich vor der Reise medizinisch beraten lassen. Schwangere, die sich in einem Zikavirus-Gebiet aufgehalten haben, sollten ihren Frauenarzt bei Vorsorgeuntersuchungen darauf hinweisen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.01.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 2/2016
  • Auswärtiges Amt: Merkblatt für Beschäftigte und Reisende: Zika-Virus-Infektion
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit: Reisen von schwangeren Frauen in Länder, in denen Zikavirus-Infektionen vorkommen
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit: Vermeidung von Insektenstichen (Expositionsprophylaxe)
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