Fußpilz vorbeugen

Viele hatten schon einmal mit lästigem Fußpilz zu kämpfen. Bestimmte Maßnahmen können helfen, eine Infektion zu vermeiden.

Füße schauen unter Bettdecke hervor © Thinkstock
(Regensburg – 22.01.2016) Falls japanische Forscher recht haben, könnte ein Fußbad in schäumendem Pils Fußpilz den Garaus machen: Im Labor haben sie erfolgreich Substanzen getestet, die in stark gehopften Biersorten wie Pils oder Bock vorkommen. Bevor diese Wirkung aber wirklich erwiesen ist, sollten Sie lieber auf bewährte Mittel vertrauen, um Fußpilz zu bekämpfen: Immerhin leiden nach Schätzung der Experten rund 25 Millionen Deutsche darunter.

Häufigster Auslöser ist ein Fadenpilz

Es gibt etwa hundert verschiedene Pilzarten, die dem Fuß das Leben zur Hölle machen können. Am häufigsten ist Trichophyton rubrum der Auslöser. Dieser Fadenpilz ernährt sich von Substanzen in der Hornschicht der Oberhaut. Auslöser können neben Fadenpilzen aber auch Hefe- oder Schimmelpilze sein. Auf abgestoßenen Hautschuppen halten sie sich wochenlang und infizieren andere Menschen in Umkleidekabinen, Schwimmbädern, Saunen oder über den Teppich in Hotelzimmern.

Der Pilz bleibt oft lange unbemerkt

Der Pilz kann die Haut an allen möglichen Stellen befallen. Die Füße sind deshalb so häufig betroffen, weil sie oft schlecht durchblutet und kalt sowie luftdicht im Schuh verpackt und dadurch feucht sind. So bieten sie Pilzen einen idealen Nährboden. Vor allem Sportschuhe aus Gummi oder Gummistiefel erhöhen das Risiko. Am häufigsten tritt der Fußpilz zwischen der dritten und vierten Fußzehe auf. Der Pilz ist oft schon lange da, bevor er überhaupt bemerkt wird, denn zuerst greift er die obersten Hautschichten an. Erst beim tieferen Eindringen entwickeln sich Rötung, Jucken oder Bläschen.

Wird der Fußpilz nicht behandelt, kann es zu offenen Hautstellen kommen, durch die bakterielle Krankheitserreger eindringen und Entzündungen der Lymphwege, in schlimmen Fällen sogar Blutvergiftung oder Wundrose hervorrufen können.

Behandlung ist langwierig

Je früher eine Therapie also einsetzt, umso besser. Die Behandlung von Fußpilz ist keine schnelle Angelegenheit. „Die Therapie muss konsequent über sechs Wochen durchgeführt werden“, sagt Prof. Josef Smolle von der Universitätsklinik Graz. Auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind, können sich noch Pilze in der Haut befinden. Um einen Rückfall zu vermeiden, sollte danach noch eine bis zwei – manche Ärzte empfehlen sogar drei bis sechs – Wochen weiterbehandelt werden.

Verwendet werden bevorzugt Arzneimittel, die verschiedene Pilzarten bekämpfen – zum Beispiel die Wirkstoffe Clotrimazol oder Bifonazol. Sie hemmen das Pilzwachstum und töten die Pilze ebenso wie ihre Sporen ab. Die Wirkstoffe werden in Cremes, Salben, Lösungen, Pasten oder als Puder angeboten. Zur Behandlung von durch Pilz befallene Nägel gibt es einen medizinischen Nagellack. Nur bei sehr fortgeschrittenen Pilzerkrankungen werden Medikamente zum Einnehmen verschrieben, die dann im gesamten Organismus wirken.

Wiederbefall vermeiden

Damit der Pilz nicht wiederkehrt: Wechseln Sie täglich die Strümpfe. Diese sollten aus einem Material wie Baumwolle sein, das mit mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden kann. Bei empfindlicheren Strumpfmaterialien empfiehlt es sich, einen antibakteriellen Wäschespüler einzusetzen. Wirksam sind auch sogenannte Zehensocken, die den gefährdeten Zehenzwischenräumen besseren Schutz bieten.

Maßnahmen, damit Sie erst gar keinen Fußpilz bekommen:

  • Wechseln Sie täglich Ihre Socken, waschen Sie Ihre Füße und trocknen Sie sie gut ab.
  • Verwenden Sie alkalifreie Seife. Das verhindert die Quellung der Hornschicht und die Zerstörung des Säuremantels, wodurch die Haut anfällig für Pilze wird.
  • Wechseln Sie regelmäßig Ihre Handtücher und waschen Sie sie bei hohen Temperaturen.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Das erhöht die Durchblutung und verringert die Infektionsanfälligkeit.
  • Tragen Sie Badeschuhe – und zwar nicht nur im Schwimmbad und der Sauna, sondern auch im Hotelzimmer und im häuslichen Badezimmer.
  • Machen Sie ein Fußbad: Zwei Esslöffel Salbei mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen und dann zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Geben Sie den Sud dann in das Fußbad. Ein zehnminütiges Bad lindert den Juckreiz für mehrere Stunden.
  • Meiden Sie in Bädern oder Saunen die Desinfektionsanlagen, empfiehlt Prof. Hans-Jürgen Tietz von der Charité in Berlin. Die Desinfektionslösungen seien wenig wirksam und rund um die Geräte sei die Gefahr einer Ansteckung besonders groß, da viele Erkrankte sie nutzen und infizierte Hautschuppen hinterlassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.01.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: obx-medizindirekt: Wenn der Pilz Fuß fasst
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