Salmonellen keine Chance

Im Sommer haben Erreger wie Salmonellen leichtes Spiel – und es kann schnell zu einer Lebensmittelvergiftung kommen. Wie Sie das vermeiden.

Roher Lachs © Thinkstock
(Köln – 04.08.2015) Mehr als 200.000 Lebensmittelinfektionen werden allein in Deutschland jedes Jahr registriert – die Dunkelziffer liegt weit höher, schätzt das Robert-Koch-Institut. Gerade bei heißen Temperaturen im Sommer haben Salmonellen und andere Keime oft leichtes Spiel. Außerdem kann mangelnde Hygiene in vielen Fällen zu Lebensmittelvergiftungen beitragen. Worauf Sie bei der Lebensmittelhygiene im Sommer achten sollten.

Lebensmittel richtig kühlen und zubereiten

Transportieren Sie leicht verderbliche Lebensmittel vom Supermarkt ohne Verzögerung nach Hause – am besten in einer Kühltasche. Außerdem ist bei sommerlicher Hitze eine hygienische Handhabung von Lebensmitteln besonders wichtig: Vor der Küchenarbeit ist gründliches Händewaschen angesagt. Rohes Fleisch am besten nicht zusammen mit anderen Lebensmitteln zubereiten. Denn durch verunreinigte Schneidebretter, Messer oder benutzte Spüllappen können Bakterien ins Essen gelangen.

Außerdem gilt: Hackfleisch frisch aus dem Kühlschrank sofort weiterverarbeiten, Fisch immer kühl lagern und Geflügel komplett durchgaren. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, rät, nicht zu sorglos mit verderblichen Lebensmitteln umzugehen: Bratwurst, Steaks, Fisch und Hähnchenteile sollten nicht ungekühlt neben dem Grill liegenlassen werden. Auch Kartoffelsalat mit Mayonnaise oder Tiramisu gehören erst kurz vor dem Verzehr auf den Tisch. „Wenn Lebensmittel komisch riechen oder schmecken, sollten Verbraucher grundsätzlich besser die Finger davon lassen“, empfiehlt der Reuter.

Erreger vermehren sich explosionsartig

Doch nicht immer ist ein Verderb so leicht feststellbar: Salmonellen, die mit zu den bekanntesten Erregern zählen, sind weder zu sehen, zu riechen noch zu schmecken. Warnhinweise gibt es somit keine. Besonders anfällig für Salmonellen sind Lebensmittel mit hohem Eiweiß- und Wassergehalt: zum Beispiel gehacktes Fleisch, Geflügel, Wild, Fisch, Krusten-, Schalen- und Weichtiere ebenso wie Eier oder Eis. Problematisch ist auch Mayonnaise.

Dass die Gefahr einer Salmonellenvergiftung im Sommer besonders hoch ist, liegt an den hohen Temperaturen. Salmonellen fühlen sich erst bei Wärme so richtig wohl und können sich dann geradezu explosionsartig vermehren. Bei 20 Grad dauert es nur drei Stunden, bis aus zehn Salmonellen 5.000 geworden sind. „Bestimmte Speisen wie Tiramisu oder Hackgerichte werden deshalb schnell zur Vertrauensfrage“, sagt der Experte. Gerade in Biergärten sollten Verbraucher vorsichtig sein, weil sie nicht wissen können, ob das Gericht vor, während und auch noch nach der Zubereitung ausreichend gekühlt wurde. Ältere und immunschwache Menschen sowie Kinder unter zwei Jahren sollten im Zweifel auf Rohmilch oder rohes Fleisch, Fisch und Eier grundsätzlich verzichten.

Der Körper im Kampf gegen die Erreger

Auf Angriffe von Keimen und Erregern ist der menschliche Körper in der Regel gut vorbereitet und kann feindliche Mikroorganismen abwehren. „Wenn die Anzahl der Erreger jedoch überhandnimmt, ist unser Körper chancenlos“, erklärt der Experte. Dann treten schnell die ersten Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber oder Bauchkrämpfe auf. Meist ist der Spuk nach ein paar Tagen wieder vorüber. „Auf jeden Fall sollten die Betroffenen reichlich trinken, weil der Körper sonst zu viel Flüssigkeit verlieren kann“, so Reuter. Besonders gefährdet sind Babys, Kleinkinder oder ältere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Bei ihnen kann eine Lebensmittelvergiftung auch schwerer verlaufen. Der Rat des Experten: „In solchen Fällen unbedingt zum Arzt gehen. Das gilt vor allem, wenn die Symptome länger als drei Tage anhalten.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.08.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der DKV Deutsche Krankenversicherung: Keine Chancen für Salmonellen & Co.
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