Pilzinfektion im Mund

Pilz kann auch den Mund befallen. Von Mundsoor sind oft Ältere, Krebs- und HIV-Patienten, aber auch Kinder betroffen. Wie die Infektion behandelt wird.

Frau beißt sich auf die Lippe © Thinkstock
(Neumünster – 03.08.2015) Ein Pilzbefall im Mundraum – sogenannter Mundsoor – ist nicht nur unangenehm. Er kann sich bei zu später Behandlung ausbreiten und als hartnäckig erweisen. „Ursachen für die entzündete Mund- oder Rachenschleimhaut können beispielsweise eine längere Antibiotika- oder Kortisoneinnahme oder auch ein geschwächtes Immunsystem sein, weswegen gerade ältere Menschen sowie Krebs- und HIV-Patienten öfter betroffen sind. Mundtrockenheit ist ein weiterer Risikofaktor für eine Pilzinfektion. Sie tritt häufig im Rahmen eines Diabetes mellitus auf, deshalb sind auch Diabetespatienten besonders gefährdet. Aber auch bei Säuglingen ist Mundsoor nicht selten, da bei ihnen die Besiedelung der Mundschleimhaut mit gesunden Keimen noch nicht gut ausgebildet ist“, erklärt Dr. Wolfgang Hornberger vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Verursacher meist der Hefepilz Candida albicans

Bemerken Betroffene auf der Zunge, der Innenseite der Wangen und/oder im Rachen eine starke Rötung gepaart mit weißen Flecken, so handelt es sich meist um eine Pilzinfektion durch den Hefepilz Candida albicans. „Der Belag lässt sich schwer abwischen, darunter befinden sich zum Teil blutige Hautstellen. In schweren Fällen kann der Befall bis in die Speiseröhre reichen. Begleitend treten oft ein Brennen im Mundraum, ein unangenehmer Geschmack und Schluckbeschwerden auf“, erklärt der HNO-Arzt.

Pilzabtötende Medikamente als Tinktur oder Gurgellösung

Bei einem Verdacht sollten Betroffene zum HNO-Arzt gehen, um die Infektion schnell zu behandeln. Pilzabtötende Medikamente – sogenannte Antimykotika – in Form einer Tinktur oder Gurgellösung helfen in der Regel, den Belag innerhalb von etwa acht bis zehn Tagen wieder zu beseitigen“, so Dr. Hornberger. Vor Selbstmedikation wie Gurgeln mit Kamillenlösung warnt der Experte: „Die Pflanze mit eigentlich entzündungshemmender Wirkung  trocknet die Mundschleimhaut weiter aus und fördert damit den Mundsoor. Eine Pilzinfektion im Mund- und Rachenraum sollte generell fachgerecht behandelt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Außerdem sollte auf eine gute Mundhygiene und einen regelmäßigen Zahnbürstenwechsel geachtet werden“, empfiehlt Dr. Hornberger.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.08.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte (www.hno-aerzte-im-netz.de): Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum frühzeitig behandeln
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