Belastetes Putenfleisch

Eine BUND-Studie zeigt: Rund 90 Prozent des Putenfleischs von Discountern ist mit resistenten Keimen belastet. Wie Sie Gesundheitsfolgen vermeiden.

Gebratenes Putenfleisch © Thinkstock
(Berlin – 13.01.2015) Bei einer bundesweiten Stichprobe hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) festgestellt, dass günstiges Putenfleisch von Discountern oft mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist. Auf 88 Prozent der bei Discountern gekauften Putenfleisch-Proben seien laut BUND solche Keime gefunden worden.

Proben im Labor auf MRSA-Keime und ESBL-bildende Keime untersucht

Für die Studie wurden Fleisch-Stichproben in zwölf Städten gekauft und anschließend im Labor auf sogenannte MRSA-Keime (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) und Keime, die ESBL (Extended Spectrum Beta-Lactamase) bilden, untersucht. Insbesondere bei anfälligen Menschen können ESBL-produzierende Darmkeime eine Behandlung mit Antibiotika extrem erschweren, MRSA-Keime können auch direkt schwere Infektionen auslösen.

Puten in industrieller Haltung erhalten oft Antibiotika

Grund für die hohe Keimbelastung ist laut BUND, dass die meisten der Puten während der Mast Antibiotika erhalten. Das begünstige die Bildung antibiotikaresistenter Keime in der industriellen Putenhaltung. Mit dem Fleisch gelängen die Antibiotikaresistenzen dann bis in die Küchen der Verbraucher.

So reduzieren Sie gesundheitliche Risiken

Im ersten Schritt können Sie bereits beim Kauf auf die Herkunft und Haltung des Tieres achten. Entscheidend ist außerdem die richtige Hygiene im Umgang mit dem Fleisch:
  • Waschen Sie vor und nach dem Umgang mit Fleisch immer gründlich die Hände. Denn sonst besteht die Gefahr, dass die Keime von der Hand in den Mund gelangen.
  • Benutzen Sie für das Fleisch nie dasselbe Messer und Schneidebrett wie für die anderen Lebensmittel. Denn so gelangen die Keime möglicherweise auch auf Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht erhitzt werden – zum Beispiel Salat.
  • Reinigen Sie Küchenutensilien und Arbeitsfläche nach dem Gebrauch sofort gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel.
  • Verwenden Sie keine Schneidebretter aus Holz. Sie sind wesentlich unhygienischer als Kunststoffbretter und daher besonders für den Umgang mit Fleisch ungeeignet.
  • Wechseln Sie regelmäßig Ihre Wisch- und Geschirrtücher. Waschen Sie die gebrauchten Tücher bei mindestens 60 Grad Celsius.
  • Braten Sie das Putenfleisch immer gut durch – dann sind die Bakterien unschädlich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.01.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): Putenfleisch aus Discountern mit Krankheitskeimen belastet. Risiken und Nebenwirkungen der industriellen Tierhaltung weiter inakzeptabel
  • aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.: Hygienefehler in der Küche
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