Doppelter Schutz

Bestimmten Menschen wird eine Grippeimpfung empfohlen. Diese kann auch vor Entzündungen des Mittelohrs oder der Nasennebenhöhlen schützen.

Senior bei der Ohruntersuchung © Thinkstock
(Neumünster – 15.12.2014) Influenzaviren, die Erreger der Grippe, schädigen nicht nur die Atemwege, sondern können auch bakterielle Infekte der Nasennebenhöhlen und Ohren begünstigen. Daher reduziert eine Grippeimpfung – vor allem bei gefährdeten Gruppen wie älteren oder immungeschwächten Menschen – letztendlich auch das Risiko, an einer schmerzhaften Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) zu erkranken.

„Die durch die Influenzaviren geschädigte Schleimhaut der Atemwege ist ein idealer Nährboden für Bakterien, die nun ungehindert eindringen können. Über die Nase können die Bakterien zum einen in die Nasennebenhöhlen – zum Beispiel in die Stirnhöhle oder die Kieferhöhlen – gelangen und dort zu einer Entzündung führen. Zum anderen können sie aber auch über die Ohrtrompete, die den Nasen-Rachen-Raum und das Mittelohr verbindet, aufsteigen, sich vermehren und dort eine Entzündung auslösen. Aufgrund ihrer  kürzeren Ohrtrompete sind Kinder besonders anfällig für eine Mittelohrentzündung“, erklärt Dr. Jan Löhler vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Symptome: Druckempfindlichkeit und Schmerzen beim Vorbeugen

Druckempfindlichkeit der Kieferhöhlen beziehungsweise Stirnhöhle sowie Schmerzen beim Vorbeugen des Oberkörpers sind erste Anzeichen für eine Nasennebenhöhlenentzündung. „Bei diesen Symptomen und auch generell bei Ohrenschmerzen sollten Betroffene einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen“, empfiehlt der Experte. Dieser kann bei Bedarf schmerzlindernde Mittel verordnen und feststellen, ob eine antibiotische Behandlung notwendig ist.

Grippeimpfung gehört für Risikogruppen zum Vorsorgeprogramm

Besser ist es jedoch, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. „Während der kalten Jahreszeit nehmen die viral und bakteriell bedingten HNO-Erkrankungen zu. Daher ist es sinnvoll, alle Möglichkeiten der Prävention zu nutzen und das Immunsystem zu stärken“, betont Dr. Löhler. „Eine ausgewogene Ernährung, viel trinken, regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf und wettergerechte Kleidung sind jetzt besonders wichtig. Und auch die jährliche Grippeimpfung gehört in dieses Vorsorgeprogramm. Die Impfung kann bei Hausärzten und auch beim HNO-Arzt durchgeführt werden“, rät Dr. Löhler.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.12.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte (www.hno-aerzte-im-netz.de): Grippe-Impfung schützt auch vor Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündung
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