Masern bei Erwachsenen

Immer mehr Erwachsene erkranken an Masern. Das kann schlimme Folgen haben. Denn: je älter der Patient, desto größer die Gefahr für Komplikationen.

Frau liegt mit Grippe im Bett © Thinkstock
(Hamburg – 16.12.2013) Von wegen „Kinderkrankheit“: Fast 40 Prozent aller Deutschen, die dieses Jahr an Masern erkrankt sind, waren über 20 Jahre alt – ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren. Darauf weist die Krankenkasse DAK-Gesundheit unter Bezug auf die neuen Zahlen des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) hin. Ärzte warnen vor den Folgen. Denn: Gerade bei Erwachsenen können Masern schwere Komplikationen auslösen.

Bundesweit registrierte das RKI bis Anfang Dezember mehr als 1700 Masern-Erkrankungen. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren es gerade einmal 170 Fällen. Auffallend sind die hohen Zuwachsraten unter den 20- bis 39-Jährigen – 2013 erkrankten 517 Personen, 2012 nur 49. Regional gibt es große Unterschiede: In den westlichen Bundesländern treten Masern deutlich häufiger auf als in den östlichen Bundesländern, wo es zu DDR-Zeiten eine Impfpflicht gab. Die meisten Masernfälle wurden in Bayern registriert, gefolgt von Berlin und Nordrhein-Westfalen. Keinen einzigen Fall meldete das Saarland, nur einen Mecklenburg-Vorpommern.

Je älter der Patient, desto größer die Komplikationsgefahr

Die Gefahr für schwere Komplikationen steigt mit zunehmendem Alter: 43 Prozent der 20- bis 24-jährigen Masern-Patienten mussten sich 2013 im Krankenhaus behandeln lassen. Bei den 25- bis 39-Jährigen war es sogar über die Hälfte der Erkrankten. Als Folge einer Masern-Erkrankung kann es zu Lungen- oder Mittelohrentzündungen kommen – im schlimmsten Fall sogar zu Hirnhautentzündungen. „Der Begriff Kinderkrankheit verharmlost die Masern-Infektion“, sagt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas.  

Als Hauptursache für die drastische Zunahme von Masern unter jungen Erwachsenen gilt der unvollständige Impfschutz derjenigen, die nach 1970 geboren wurden. Unter dem Eindruck ständig sinkender Krankheitsfälle hat auch die Bereitschaft nachgelassen, sich überhaupt gegen Masern impfen zu lassen oder die empfohlene zweite Impfung vorzunehmen. Um jedes Risiko auszuschließen, rät Thomas zur Prophylaxe: „Auch im Erwachsenenalter lohnt das Impfen.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.12.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: DAK-Gesundheit
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