Zeitpunkt und Impfstoff

Risikogruppen wird dazu geraten, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Wann für wen der richtige Zeitpunkt und welcher Impfstoff der Richtige ist.

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(Ulm – 10.10.2013) An den Folgen einer Influenza sterben in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen als im Straßenverkehr – Schätzungen zufolge zwischen 5.000 und 10.000. Gefährdet sind vor allem ältere Personen und chronisch Kranke. Ihnen, aber auch medizinischem Personal, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, sich jährlich gegen Grippe impfen zu lassen. Dafür sind in der Bundesrepublik verschiedene Impfstoffe zugelassen. „Mit der Wahl des richtigen Impfstoffes zum richtigen Zeitpunkt lässt sich ein besserer Schutz erreichen“, sagt der Präsident der Gesellschaft für Virologie (GfV) Professor Dr. med. Thomas Mertens.

Zeitpunkt der Impfung wichtig

Entscheidend für einen guten Schutz ist der Zeitpunkt der Impfung: Im Alter entwickeln sich nach einer Influenza-Immunisierung zwar Antikörper, ihre Zahl nimmt aber rascher ab als bei jüngeren Menschen. Deshalb sollte die Grippeimpfung nicht zu früh erfolgen. „Sinnvoll ist die Zeit zwischen Ende Oktober und Anfang November“, sagt Mertens, Virologe am Universitätsklinikum Ulm und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Bei Menschen mit Immundefekten spielt der Zeitpunkt der Impfung ebenfalls eine wichtige Rolle. Nach einer Stammzell- oder einer Organtransplantation spricht sich die STIKO für eine Influenzaimpfung erst nach sechs Monaten aus, bei Aids oder Leberzirrhose wird zu einer jährlichen Impfung im Herbst geraten. Dies gilt auch für Patienten, die bei einer Chemotherapie oder einer chronischen Erkrankung wie Rheuma Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken. Befürchtungen, dass die Impfung bei diesen Patienten eine Grippe auslöst, tritt Experte Mertens entgegen: „Eine Grippe kann der Totimpfstoff nicht auslösen und der Schutz des einzelnen und der Bevölkerung vor einer Influenza überwiegt bei Weitem das Risiko von Nebenwirkungen, das bei den verwendeten Impfstoffen ohnehin sehr gering ist.“

Der richtige Impfstoff

Auch die Auswahl des richtigen Impfstoffs ist wichtig: Für über 65-Jährige haben Forscher einen Impfstoff entwickelt, der durch das sogenannte Adjuvanz MF 59 verstärkt wurde. Dieser soll für mehr schützende Antikörper gegen Grippeviren sorgen. „Die verstärkende Wirkung ist da, jedoch nicht ganz so stark wie erhofft“, sagt Mertens.

Fortschritte wurden auch bei jungen Menschen gemacht: Für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren empfiehlt die STIKO in diesem Jahr erstmals einen Influenza-Lebendimpfstoff. Er wird in die Nase gesprüht und vermittelt eine gute Immunantwort. Bei älteren Menschen ist der Lebendimpfstoff allerdings weniger effektiv. „Wir gehen davon aus, dass diejenigen, die schon einmal mit Influenza infiziert waren, auf den Lebendimpfstoff nicht so gut ansprechen“, erklärt der Mediziner. Die Entwicklung neuer Influenza-Impfstoffe sei daher weiterhin notwendig, um gerade bei Risikogruppen Krankheitsfälle zu verringern, so die Experten der Gesellschaft für Virologie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.10.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
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