Gefährliches Coronavirus?

Die Erkrankungsfälle durch das neue Coronavirus schüren die Angst vor einer erneuten Sars-Epidemie. Bisher besteht jedoch kein Grund zur Panik.

Arzt misst Fieber © Thinkstock
(München – 15.05.2013) Bei 30 Menschen hat das neue Coronavirus (MERS-CoV) seit Sommer 2012 nachweislich zu Atemwegserkrankungen – teils zu schweren Lungenentzündungen – geführt. Die meisten Fälle traten in Saudi-Arabien auf. Bei 18 Personen, die laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) größtenteils durch Vorerkrankungen geschwächt waren, führte die Erkrankung zum Tod.

Enger Verwandter des Sars-Erregers

Bisher hat das Virus also keine große Erkrankungswelle ausgelöst. Dennoch keimt Besorgnis auf. Denn das neue Coronavirus weckt Erinnerungen. Ist es doch ein enger Verwandter des Sars-Erregers, der vor etwa zehn Jahren weltweit beinahe 800 Opfer gefordert hat. Und zudem scheint nun klar: Das neue Coronavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Das wird laut WHO durch einen Fall in Großbritannien bestätigt, bei dem sich ein Angehöriger bei einem Erkrankten angesteckt hatte, der kurz zuvor von einer Reise nach Saudi-Arabien zurückgekehrt war.

Allerdings „gibt es nach wie vor keinen Nachweis einer kontinuierlichen Mensch-zu-Mensch-Übertragung“, so das Robert Koch-Institut in seiner aktuellen Situationseinschätzung. Wahrscheinlich ist, dass besonders enger Kontakt zwischen Menschen für eine Übertragung des Virus nötig ist. Bisher waren nur Familienangehörige oder medizinisches Personal betroffen, die sich über längere Zeit auf engem Raum mit dem Infizierten aufgehalten hatten. „Es besteht kein erhöhtes Risiko für Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung“, erklärt das Robert Koch-Institut.

Ausstehende Untersuchungen

Wie gefährlich ist das neue Coronavirus also? Um das genau zu klären, sind laut Weltgesundheitsorganisation noch genauere Untersuchungen nötig. Beispielsweise ist noch unklar, ob die schweren Verläufe typisch für das Virus sind oder ob es vielleicht eine Vielzahl an milden Infektionen gibt, bei denen die Betroffenen nur leichten Schnupfen oder Husten haben. Von einer Dunkelziffer an Infektionen mit milden Verläufen geht etwa Professor Christian Drosten aus, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn, an dem das Virus schon seit längerem untersucht wird. „Die meisten Erkrankten werden deshalb nicht auffallen“, sagt der Bonner Virologe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.05.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/C/Corona/MERS-CoV.html
  • http://www.who.int/csr/disease/coronavirus_infections/update_20130508/en/index.html
  • http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/060-2013
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