Schutzmasken gegen Grippe

In Deutschland steigt die Zahl der Grippekranken weiter an. Mund-Nasen-Schutzmasken könnten laut Experten die Ansteckungsrate deutlich verringern.

Frau mit Maske © Thinkstock
(Berlin – 31.01.2013) Überall Niesen, Schnupfen, Husten: Die Grippe breitet sich in Deutschland weiter aus. Im Vergleich zur Vorwoche gab es einen deutlichen Anstieg der Fälle, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch mitteilte. Demnach stieg die Zahl der Neuansteckungen bundesweit auf mehr als 1.700. Die Zahl der Grippeerkrankungen könnte sich nach Expertenmeinung jedoch durch das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken im Alltag deutlich verringern.

„Bei uns in Deutschland ist das bislang nicht üblich, aber die Idee ist absolut richtig – im Krankenhaus wird das bei Grippekranken immer so gehandhabt“, erklärt der Hygiene-Experte Klaus-Dieter Zastrow. Der Chefarzt für Hygiene und Umweltmedizin der Berliner Vivantes-Kliniken fügt hinzu: „Der praktisch einzige Weg, sich eine Grippe einzufangen, ist die Tröpfcheninfektion und es gibt nur eine Quelle und das ist der Mund-Rachen-Raum.“ Die Masken fangen die Tröpfchen ab und verhindern so die Übertragung. „Wenn wir richtige Grippewellen haben, dann könnte man die Erkrankten bitten, wenn sie sich draußen bewegen, eine Maske zu tragen“, so Zastrow.

In asiatischen Ländern sind Masken üblich

Dass sich der Gebrauch von Mund-Nasen-Schutzmasken – anders als etwa in asiatischen Ländern – hierzulande bislang aber noch nicht im Alltag durchgesetzt habe, führt Zastrow vor allem auf ästhetische Gründe zurück. „Wir sind es nicht gewohnt, Menschen mit Schutzmasken im Supermarkt oder im Kino zu sehen, und die Träger genieren sich vor ihrer Umwelt.“ In Japan sei das ganz anders. Dort sei es ein Akt der Höflichkeit, um zu zeigen, dass man darum bemüht sei, die anderen nicht anzustecken.

Der Direktor des Instituts für Virologie der Universität Ulm und Präsident der Gesellschaft für Virologie (GfV), Thomas Mertens, sagt: „Wenn wir wirklich eine pandemische Situation hätten, fände ich das Tragen von Schutzmasken gut.“ Für die saisonale Influenza sei die Bevölkerung in Deutschland aber aus mangelnder Gewohnheit kaum dazu zu bewegen, solche Masken zu tragen, befürchtet er.

Solide Daten, die Auskunft über die Wirksamkeit des öffentlichen Einsatzes von Schutzmasken geben, lägen zwar nicht vor – jedoch über die Wirksamkeit im Pflegebereich. „Und da zeigt sich, dass man mit den Masken einen Effekt erreichen kann“, sagt Mertens.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.01.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: dapd
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