Grippesaison ist eröffnet

Deutschland ist in die Grippesaison gestartet – früher als sonst. Ist Impfen jetzt noch sinnvoll? Eine Expertin vom Robert Koch-Institut beantwortet exklusiv die wichtigsten Fragen.

Frau liegt mit Grippe im Bett © Thinkstock
(München21.01.2013) Etwas früher als normal hat in diesem Jahr in Deutschland die Grippesaison begonnen. Im vergangenen Jahr fiel sie moderat aus. Lässt sich vorhersagen, wie es in diesem Jahr wird? Und ist Impfen jetzt noch sinnvoll? Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut (RKI) beantwortet im Interview mit vitanet.de exklusiv die wichtigsten Fragen.

vitanet.de: Die USA haben gerade mit einer schweren Grippewelle zu kämpfen. Kommt das auch auf uns zu?

Susanne Glasmacher: Man kann den Verlauf und die Schwere einer Grippewelle leider nicht seriös vorhersagen. Rückschlüsse aus der Schwere einer Grippe in einem anderen Land sind auch nicht möglich. Wie schwer eine Grippewelle wird, hat vielmehr damit zu tun, wie der Immunstatus in der Bevölkerung ist und wie die Impfquoten in den besonders gefährdeten Zielgruppen sind. In den USA gab es zum Beispiel die letzte schwere Grippewelle im Winter 2007/2008 und in Deutschland im Winter 2008/2009. Das zeigt schon, dass man das nicht unmittelbar übertragen kann.

vitanet.de: Wie lange hält so eine Grippewelle normalerweise an?

Susanne Glasmacher: Eine Grippewelle dauert in der Regel zwischen acht und zwölf Wochen.

vitanet.de: Ist es jetzt noch sinnvoll, sich impfen zu lassen, obwohl die Grippesaison schon begonnen hat?

Susanne Glasmacher: Die Impfung ist im Moment auf jeden Fall noch sinnvoll. Natürlich muss man beachten, dass der Impfschutz etwa zwei Wochen braucht, bis er vollständig aufgebaut ist. Man kann also auch Pech haben und sich anstecken, bevor der Impfschutz aufgebaut ist. Aber gerade für die besonders gefährdeten Risikogruppen ist die Impfung unbedingt zu empfehlen.

vitanet.de: Wer gehört zu diesen gefährdeten Risikogruppen?

Susanne Glasmacher: Das sind über 60-Jährige, chronisch Kranke jeden Alters, Schwangere und auch medizinisches Personal.

vitanet.de: Vielen Dank für das Interview, Frau Glasmacher!

Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.01.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Interview mit Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des Robert Koch-Instituts
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