Viele Hantavirus-Infektionen

2012 wurden bisher viele Hantavirus-Infektionen verzeichnet. Schuld ist der trockene Sommer 2011 und die damit verbundene große Rötelmaus-Population.

Rötelmaus © Thinkstock
(Berlin/Stuttgart – 05.06.2012) Das Hantavirus tritt in der ersten Hälfte des Jahres 2012 in Deutschland besonders häufig auf: Die Zahl der Erkrankungen hat in den ersten fünf Monaten mit bundesweit 965 gemeldeten Fällen einen sehr hohen Wert erreicht, wie aus einer Statistik des Berliner Robert-Koch-Instituts hervorgeht.

Höhere Fallzahlen alle zwei bis drei Jahre

Europaweite Erhebungen weisen jedoch darauf hin, dass alle zwei bis drei Jahre mit einer erhöhten Anzahl an Infektionen mit dem Hantavirus zu rechnen ist. In Deutschland registrierten die Gesundheitsbehörden bereits in den Jahren 2007 und 2010 überdurchschnittlich viele Hantavirus-Erkrankungen. Während in einem durchschnittlichen Jahr etwa 500 Fälle zu verzeichnen sind, waren es 2007 1.688 und 2010 2.017 gemeldete Erkrankungen.

Die genaue Ursache für diese starken Schwankungen ist noch nicht geklärt. Die Populationsgröße der Rötelmäuse und ihre Durchseuchung mit dem Virus scheint jedoch eine große Rolle zu spielen. Denn der Krankheitserreger wird hauptsächlich von Rötelmäusen übertragen. So liegt auch die hohe Fallzahl in diesem Jahr laut Expertenmeinung an dem trockenen Sommer des vergangenen Jahres und dem darauf folgenden hohen Fruchtertrag vieler Bäume. „Wegen des trockenen Sommers trugen viele Buchen und Eichen im Herbst sehr viele Früchte“, erklärt Christiane Wagner-Wiening vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Das komme den Rötelmäusen auch jetzt noch zugute. Die Tiere ernähren sich von Bucheckern, aber auch von Eicheln. In der Folge haben die Rötelmaus-Populationen in diesem Jahr stark zugenommen.

Deshalb sind Menschen in Regionen mit viel Buchenwald besonders häufig betroffen. In Baden-Württemberg sind das vorwiegend Gemeinden der Schwäbischen Alb. Aber auch der Bayerische Wald, der Raum Osnabrück und das Münsterland sind bekannte Hantavirus-Gebiete.

Meist kein Grund zur Sorge

Eine Infektion mit dem Hantavirus verläuft in den meisten Fällen mild mit grippeähnlichen Symptomen und heilt ohne Folgen aus. Die Patienten bekommen Fieber, Kopfschmerzen sowie Schmerzen im Rücken und im Bauch. Nur in Einzelfällen kommt es zu einem schweren Verlauf, bei dem eine Nierenfunktionsstörung bis hin zum Nierenversagen auftritt. Dann muss der Betroffene mit einer Dialyse behandelt werden.

So kann man sich vor dem Virus schützen

Zum Schutz vor Hantaviren empfehlen Experten, beim Fegen des Schuppens und ähnlichen Tätigkeiten eine Staubmaske zu tragen. „Menschen atmen die Krankheitserreger zusammen mit Staubpartikeln ein“, erläutert die Virologin Christiane Wagner-Wiening. Das passiere dort, wo Rötelmäuse lebten und demzufolge Kot und Urin hinterließen. Die Erreger können beim Putzen zusammen mit Staubpartikeln aufgewirbelt werden.

Vorsicht sei ebenfalls geboten, wenn Holz gestapelt oder umgeschichtet werde. Kontakt zu Nagern oder deren Ausscheidungen sollte vermieden werden, rät die Expertin.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.06.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cw
  • Quellen: dapd
  • 2012 – ein erneutes Rötelmaus- und Hantavirusjahr? – Gemeinsame Mitteilung von JKI, RKI, FLI und Nationalem Kosiliarlaboratorium für Hantaviren an der Charité
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