Kalium ist wichtig fürs Herz

Als Mineralstoff ist Kalium besonders für Herz und Kreislauf wichtig. Vor einer Selbstmedikation mit Kaliumpräparaten warnen Experten jedoch.

Frau hält Kaliumtabletten in der Hand © iStock
(München – 24.08.2011) Ein ausgewogener Mineralstoffhaushalt ist eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Herz. Besonders Kalium spielt eine bedeutende Rolle, betont Norbert Smetak vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. „Kalium regelt zum Beispiel den Wasserhaushalt der Zellen und die Weiterleitung von Nervenimpulsen.“ Auch die Muskeltätigkeit des Herzens ist ohne das Mineral nicht denkbar. „Kalium ist für den Menschen lebensnotwendig“, betont der Kardiologe.

In der Regel kein Mangel

Bei ausgewogener Ernährung erhält der Körper normalerweise die benötigte Tagesmenge an Kalium. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei zirka 2.000 Milligramm. „Diese Menge liefern vor allem frisches Obst und Gemüse, aber auch Trockenobst und Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch und Fleisch“, erklärt Kardiologe Smetak.

Zu einem Kaliummangel kommt es unter Umständen durch einen außergewöhnlich hohen Flüssigkeitsverlust, wie er bei länger anhaltenden Durchfällen auftreten kann. Mögliche Folgen eines Kaliummangels sind Muskelschwäche und Störungen der Herztätigkeit.

Ein hoher Überschuss an Kalium kann dagegen zu Herzversagen führen. Das verdeutlicht, wie wichtig ein ausgewogener Kaliumhaushalt ist. In beide Richtungen können schon relativ geringe Abweichungen von der empfohlenen Kaliumkonzentration im Blut zu unerwünschten oder gar gefährlichen Nebenwirkungen führen.

Von Selbstmedikation wird abgeraten

Leidet ein Patient unter Störungen des Nervensystems und der Muskelfunktion oder an Veränderungen der Herztätigkeit, muss zunächst von einem Arzt überprüft werden, ob die Ursache tatsächlich Kaliummangel ist. Erst dann sollte das Mineral im Rahmen einer medikamentösen Therapie gesondert zugeführt werden.

Entsprechende Kaliumpräparate kommen vor allem bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen zum Einsatz. Solch eine Behandlung sollte immer von einem Arzt überwacht werden. Das gilt besonders dann, wenn noch andere Erkrankungen vorliegen: „Bei Menschen mit einer Nierenschwäche oder Dialysepatienten kann eine Kaliumgabe Herzrhythmusstörungen sogar begünstigen oder diese noch verstärken“, warnt Smetak.

Auf der anderen Seite gibt es bestimmte Medikamente zur Entwässerung, die dazu beitragen, dass Kalium vermehrt ausgeschwemmt wird. Werden solche Wirkstoffe eingenommen, muss dies bei der gleichzeitigen Behandlung mit Kalium berücksichtigt werden. Daher ist es wichtig bei einer entsprechenden Therapie regelmäßig Blutspiegelbestimmungen vorzunehmen. So kann der genaue Kaliumwert beobachtet und nach Bedarf korrigiert werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.08.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dpa
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