Krampfadern – Laser oder Stripping?

Die Lasertherapie hat sich als schonende Behandlungsform bei Krampfadern etabliert. Doch gegenüber der Stripping-Operation hat sie einen großen Nachteil.

Damenbeine in der Luft © iStock
(Bad Bertrich – 19.07.2019) Fast jeder Zweite hat in seinem Leben mit Krampfadern zu tun. Für die meisten Betroffenen ist es das Wichtigste, dass die Krampfadern nach der Behandlung dauerhaft weg sind. Die Laserbehandlung hat sich als schonende Alternative zum traditionellen Stripping-Verfahren etabliert. Doch Studien zeigen, dass die Laserbehandlung gegenüber der Stripping-Operation bis zu fünf Mal häufiger zu frühen Rückfällen (Rezidiven) führt.

Wann nicht gelasert werden kann

Nicht alle Krampfaderbefunde sind für eine Laserbehandlung geeignet: Für Krankheitsstadien mit stark geschlängelten Krampfadern oder sackartigen Erweiterungen kommt die Lasertherapie nicht infrage. „Darum ist vor der Therapieentscheidung immer der erfahrene Venenspezialist bei der Diagnose gefragt, der die gesamte Palette der Behandlungsmöglichkeiten beherrscht", sagt Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga e.V.

Vorteile einer Laserbehandlung bei Krampfadern

Die Vorteile einer erfolgreichen Laserbehandlung sind unstrittig: Patienten können nach kurzer Zeit wieder nach Hause gehen und es bleiben keine Narben zurück. Ein Krankenhausaufenthalt oder eine längere Krankschreibung sind nicht erforderlich. Zudem haben Patienten kaum Schmerzen. Den Bluttransport im Bein übernehmen im Laufe der Zeit andere Venen.

Nachteile einer Laserbehandlung bei Krampfadern

In der Regel lasert der Arzt eine Krampfader nicht bis zur Mündung in die tiefe Stammvene, sonst würde diese durch die große Hitze verletzt. So bleibt immer ein kleiner Venenstumpf übrig. Darin kann sich wieder Blut sammeln und zu einer neuen Krampfader führen. Wie hoch diese Rückfallgefahr ist, hängt auch von der Erfahrung des Arztes ab. Zudem übernehmen nicht alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Laserbehandlung.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 der Universitätsklinik des Saarlandes, der Capio Mosel-Eifel-Klinik, Bad Bertrich und der Universität Heidelberg hat anhand von 400 Patienten die Laserbehandlung und die klassische Stripping-Operation miteinander verglichen. Das Ergebnis: Die Laserbehandlung hat sich gegenüber der klassischen Stripping-Operation als nicht besser erwiesen. Gleichzeitig dokumentiert diese Studie zwei Jahre nach der Lasertherapie eine erhöhte „Refluxrate", das bedeutet, dass sich nach dem Laser-Eingriff häufiger Krampfadern erneut bilden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.07.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutsche Venen-Liga e.V. (DVL) vom 13.06.2019: Krampfadern? Der Laser ist kein Allheilmittel
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