Frühlings-Tipps für die Venen

Höhere Temperaturen bedeutet für viele: müde Beine und geschwollene Füße. Das muss nicht sein. Tipps für gesunde Venen.

Füße in einer Wiese © iStock
(Berlin – 12.04.2019) Endlich ist es so weit. Mit dem Frühling beginnt die Saison der kurzen Hosen, Kleider und Röcke. Doch die höheren Temperaturen haben durchaus ihre Schattenseiten: Bei Menschen mit Venenproblemen verschlimmern sich meistens die Beschwerden. Denn mit jedem Grad weiten sich die Blutgefäße. Schwere und geschwollene Beine sind die Folge.

Einfluss der Temperatur auf die Venen

Eigentlich kann der menschliche Körper mit höheren Temperaturen ganz gut umgehen. Gesunde Venen helfen dabei, den Körper zu kühlen. Bei Hitze dehnen sich die Gefäßwände aus. So strömt mehr Blut in die Haut, um dort Wärme nach außen abzugeben. Ein Teil dieser Wärme verdunstet über die Schweißdrüsen und bringt angenehme Kühlung.

Bei Menschen mit Venenproblemen ist das anders. Prof. Dr. Viola Hach-Wunderle von der Deutschen Gesellschaft für Angiologie: „Bereits vorgeschädigte, also erweiterte Venen dehnen sich bei Wärme noch mehr aus und verlieren dadurch weiter an Spannkraft. Die Venenklappen, die eigentlich den Blutrückfluss in die Beine verhindern sollen, schließen noch schlechter als ohnehin schon." Die Folge: Das Blut staut sich in den Beinen. Die Betroffenen klagen über schwere, müde Beine und geschwollene Füße. Schmerzen in den Beinen sind ebenfalls typisch.

Sieben Tipps gegen schwere und dicke Beine

Tipp 1: Bewegung. Bewegung ist das beste Mittel, um Venenprobleme schon im Frühling, also vor dem heißen Sommer, in den Griff zu bekommen. „Jedes Anspannen der Wadenmuskulatur fördert den Blutrücktransport aus den Beinen zum Herzen", sagt Prof. Hach-Wunderle. Besonders Schwimmen, Walken, Joggen und Radfahren sind zu empfehlen. Nutzen Sie jede Gelegenheit, mehr Bewegung in den Alltag zu bekommen: Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug oder steigen Sie bei gutem Wetter eine Station eher aus dem Bus – und laufen den verbleibenden Weg zu Fuß. Auch im Büro können Sie zwischendurch regelmäßig Venengymnastik machen, zum Beispiel die Füße in beide Richtungen kreisen oder die Fußspitzen abwechselnd in Richtung Schienbein ziehen.

Tipp 2: Kaltes Wasser. Kaltes Wasser sorgt dafür, dass sich die Venenwände zusammenziehen und an Spannkraft gewinnen. Gleichzeitig wird die Durchblutung angeregt. Am besten geeignet – da einfach auszuführen – ist am Morgen ein kalter Beinguss nach der warmen Brause. Den gleichen Trainingseffekt haben Wassertreten und Wechselduschen.

Tipp 3: Beine hochlegen. Entlasten Sie Ihre Venen regelmäßig, indem Sie die Beine hochlegen. So kann das Blut leichter zum Herzen zurückfließen. Wenn das tagsüber im Job nicht geht, dann abends zuhause.

Tipp 4: Flache Schuhe. Hohe Schuhe sehen zwar elegant aus, sind aber für die Venen nicht sehr gesund. Der Grund: Es fehlt die natürliche Abrollbewegung des Fußes. „Das Abrollen des Fußes ist wichtig, um die Wadenmuskulatur adäquat zu betätigen und dadurch die Venenpumpen bei ihrer Arbeit, der Förderung des Blutrückflusses zu unterstützen", sagt Prof. Hach-Wunderle. Im Frühling daher am besten so oft wie möglich zu flachen Schuhen greifen. Achten Sie darauf, dass die Schuhe eine weiche Sohle haben und die Zehen nicht eingeengt werden. Am gesündesten für die Beine ist barfuß laufen.

Tipp 5: Eine schlanke Linie. Übergewicht ist eine Belastung für die Venen, denn es muss mehr Körpermasse mit frischem Blut versorgt werden. Außerdem belastet es das gesamte Kreislaufsystem – es kann zu gefährlichen Gefäßablagerungen in den Arterien kommen. Achten Sie auch darauf, regelmäßig und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wasser verdünnt das Blut. So kann es leichter zum Herz fließen. Alkohol und Zigaretten besser vermeiden oder zumindest reduzieren.

Tipp 6: Richtige Sitzhaltung. Vor allem für Menschen, die im Beruf viel sitzen: Die Beine möglichst nicht ständig übereinanderschlagen. Denn dadurch werden die Venen abgedrückt und in ihrer Funktion beeinträchtigt. Im Idealfall stehen beide Füße nebeneinander auf dem Boden, zwischen Ober- und Unterschenkel sollte ein rechter Winkel sein. Nutzen Sie jede Gelegenheit, ab und zu mal aufzustehen.

Tipp 7: Kompressionsstrümpfe. Bei stärkeren Venenproblemen sollte man auch im Frühling Kompressionsstrümpfe tragen. „Diese üben von außen Druck auf die erweiterten Venen aus. So können die erschlafften Venenklappen wieder schließen, der Blutrückfluss zum Herzen ist gewährleistet", sagt Prof. Hach-Wunderle. Gut zu wissen: Es muss nicht immer der medizinische Kompressionstrumpf sein. In Abhängigkeit vom Schweregrad des Krampfaderleidens reichen manchmal auch Stützstrümpfe aus. Wichtig: Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Gefäßexperten (Angiologen) aufsuchen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressmitteilung der Universität Hohenheim vom 27. Februar 2019: Tropen-Zecken in Deutschland: Uni Hohenheim bittet um Zusendung auffälliger Zeckenfunde
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