Schutz vor Vorhofflimmern

Vorhofflimmern kann einen Schlaganfall auslösen. Was die Warnzeichen für einen Schlaganfall sind und wie Sie sich vor Vorhofflimmern schützen. 

Seniorin hat Vorhofflimmern © iStock
(Frankfurt am Main – 11.03.2019) Das Herz schlägt bis zum Hals, Druckgefühl im Brustkorb, Schwächegefühl und Luftnot: Vorhofflimmern. In 20 bis 30 Prozent der Fälle führt Vorhofflimmern zu einem Schlaganfall.

Vorhofflimmern: häufige Ursache für einen Schlaganfall

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und eine der wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall. Nicht jeder Betroffene weiß allerdings von seiner Herzerkrankung – in vielen Fällen bleibt sie unentdeckt. „Der Schlaganfall ist die größte Gefahr, die vom Vorhofflimmern ausgeht. 20 bis 30 Prozent aller Schlaganfälle gehen auf Vorhofflimmern zurück. Vor allem alte und herzkranke Menschen haben ein hohes Risiko, Vorhofflimmern zu bekommen und sollten sich schützen“, sagt Herzspezialist Priv.-Doz. Dr. med. Gerian Grönefeld vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Das sind Warnzeichen für einen Schlaganfall

Warnzeichen eines Schlaganfalls treten oft bereits Tage oder Wochen vorher auf, verschwinden aber nach wenigen Minuten wieder. Diese Vorboten können einen Schlaganfall ankündigen:
  • Lähmung in einem Arm, Bein oder einer Gesichtshälfte
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Plötzlich auftretende Sehstörungen
  • Plötzlicher, heftiger Kopfschmerz (schlagartiger Kopfschmerz in zuvor noch nie erlebter Stärke)
Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen. Denn das Wichtigste ist: keine Zeit verlieren.

Wie Vorhofflimmern einen Schlaganfall auslöst

Betroffene mit Vorhofflimmern sind einem Schlaganfall schutzlos ausgeliefert – sofern sie nicht behandelt werden und keine gerinnungshemmende Medikamente, auch Blutverdünner genannt, einnehmen. Der unregelmäßige Herzschlag bei Vorhofflimmern führt dazu, dass sich im Herzohr, einer Ausbuchtung in den Vorhöfen des Herzens, Blutgerinnsel bilden. Werden diese ausgeschwemmt und gelangen mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie ein Hirngefäß. Die Folge: Schlaganfall.

Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern über 35.000 Schlaganfälle in Deutschland. Da die Ursachen für Vorhofflimmern und Schlaganfall ähnlich sind, ist es wichtig, neben der Einnahme gerinnungshemmender Medikamente, auch die Grunderkrankung von Vorhofflimmern zu behandeln.

Der beste Schutz: Grunderkrankung behandeln

Abhängig von weiteren Risikofaktoren, wie Herzschwäche, Niereninsuffizienz oder Schlafapnoe, tritt über einen Zeitraum von zehn Jahren bei bis zu einem Drittel der Patienten mit Bluthochdruck ein Vorhofflimmern auf. Hochdruckpatienten sollten daher gut eingestellt sein, um ihr Schlaganfallrisiko zu minimieren. „Patienten mit Bluthochdruck und Vorhofflimmern sind zweifach belastet: Zum einen erhöht der Bluthochdruck aufgrund der Gefäßbelastung selbst das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, zum anderen besteht durch das Vorhofflimmern die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden, die wiederum einen Schlaganfall auslösen können“, sagt Dr. Grönefeld, Leiter der ersten Medizinischen Abteilung für Kardiologie an der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg. Blutdruckmessgeräte zeigen in der Regel an, wenn der Puls unregelmäßig ist oder man fühlt selbst den Puls. Patienten mit anderen Risikofaktoren für Vorhofflimmern wie Klappenerkrankungen, Diabetes oder einer koronaren Herzerkrankung sollten – auch ohne, dass Bluthochdruck vorliegt – ihre Grundkrankheit regelmäßig fachärztlich überprüfen lassen und besonders darauf achten, dass ihr Puls regelmäßig schlägt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.03.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung vom 24.10.2018: Unbemerktes Vorhofflimmern: Schlaganfallgefahr