Herzrasen: harmlos oder gefährlich?

Herzrasen: Das Herz schlägt sprichwörtlich bis zum Hals. Meist lösen es Aufregung oder körperliche Anstrengung aus – aber nicht immer. Wann Herzrasen harmlos ist und wann nicht.

Frau ist außer Atem © iStock
(Frankfurt am Main – 21.11.2018) 100 Meter im Sprint, ein Bewerbungsgespräch oder das erste Date – wenn das Herz „bis zum Hals schlägt“, ist meist Aufregung oder körperliche Anstrengung der Auslöser. Wenn das Herz aber ohne Grund zu rasen beginnt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn dann könnte die Ursache eine Herzkrankheit sein.

Bei Herzrasen zum Arzt

Wenn das Herz plötzlich ohne Grund zu rasen beginnt, ist das für Betroffene unangenehm und kann sich bedrohlich anfühlen: Oft kommen Schwindel, Atemnot oder Angstgefühle hinzu. „Solche Anfälle von Herzrasen sollten beim Arzt abgeklärt werden, denn dahinter können gefährliche Herzkrankheiten stecken“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. med. Paulus Kirchhof vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Lehrstuhlinhaber für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an der Universität Birmingham (UK). „Auch wenn sich plötzliches Herzrasen – nicht zu verwechseln mit Herzstolpern – oft sehr bedrohlich anfühlt, müssen die Attacken nicht automatisch gefährlich sein.“

Vorhofflimmern als Ursache von Herzrasen

Plötzlich auftretendes Herzrasen mit Herzfrequenzen über 140 Schlägen pro Minute kann durch verschiedene Herzerkrankungen verursacht werden. In vielen Fällen wird der beschleunigte Herzschlag durch Vorhofflimmern ausgelöst. Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen. Akut ist Vorhofflimmern zwar nicht gefährlich, weil Herzkammern die größte Pumparbeit leisten. Allerdings können sich dadurch in den Vorhöfen Blutgerinnsel bilden, die dann in der Folge einen Schlaganfall auslösen können. An Vorhofflimmern leiden in Deutschland Schätzungen zufolge über 1,8 Millionen Menschen.

Herzjagen ist harmlos

Doch nicht jedes Herzrasen hat eine ernsthafte Erkrankung als Ursache. Wenn die Anfälle plötzlich und ohne jeden Anlass beginnen, aber sich beispielsweise durch ein Glas Wasser beenden lassen, stehen die Chancen gut, dass es sich um gutartiges Herzjagen handelt. Diese Form der Herzrhythmusstörung kann zwar für Betroffene sehr belastend sein, ist aber in den meisten Fällen heilbar.

Herzrhythmusstörungen immer ärztlich abklären lassen

Wer unter Herzrhythmusstörungen leidet, ist oft unsicher, inwieweit diese harmlos oder gefährlich sind und wie sie behandelt werden können. „Ob Herzrhythmusstörungen harmlos, weniger harmlos oder lebensbedrohlich sind, kann nur ein Kardiologe nach ausführlicher Untersuchung des Patienten entscheiden“, sagt Herzspezialist Kirchhof. „Patienten, die aus dem Nichts heraus Anfälle von Herzrasen erleben, sollten dies ärztlich abklären lassen.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.11.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung vom 26.10.2018: Herzrasen: harmlos oder gefährlich?
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