Erektionsstörungen: Warnzeichen für andere Erkrankungen

Erektionsstörung – wenn der Penis nicht mehr richtig erigiert, können Gefäßerkrankungen die Ursache dafür sein. Wie Herz- und Penisgesundheit zusammenhängen.

Mann mit Gesundheitsproblem © iStock
(Usingen – 02.11.2018) Männer sterben etwa fünf Jahre früher als Frauen, oft an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Beide Herz-Kreislauf-Erkrankungen kündigen sich allerdings häufig an – und der Penis spielt dabei eine ganz besondere Rolle.

Erektionsstörung als Indikator für Gefäßerkrankungen

Bei Erektionsstörungen einfach eine kleine Tablette schlucken? „Falsch!“, sagt Prof. Dr. med. Frank Sommer, Männerarzt und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. „Erektionsstörungen sollten immer fachmännisch abgeklärt werden. Neben Stress und einem Testosteronmangel können sich dahinter auch weitaus gefährlichere Risiken für den Mann verbergen“. Denn: Erektionsstörungen und Herzgesundheit können zusammenhängen – was allerdings fast drei Viertel der deutschen Männer nicht wissen. Das ergab eine aktuelle, repräsentative Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. So können Arteriosklerose oder ein unentdeckter Diabetes mellitus über Jahre die Blutgefäße im Körper – und auch die empfindlichen Gefäße im Penis – massiv schädigen. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also beispielsweise für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall und dem Penis drohen Erektionsstörungen.
Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. © Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V

Warum Gefäßerkrankungen den Penis beeinflussen

Der Penis enthält eine Vielzahl kleinster Blutgefäße und Schwellkörper, die vom Bluteinstrom abhängen und eine Erektion ermöglichen. Durch hohe Blutfettwerte, arteriosklerotische Veränderungen oder einen zu hohen Blutzuckerspiegel, kommt es an den Blutgefäßen zu Entzündungen und Ablagerungen. Die Gefäßwände verlieren dadurch ihre Elastizität, und der Blutfluss wird immer weiter eingeengt. Die Folge: Der Penis wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, darunter leidet die Erektionsfähigkeit. „Erektionsstörungen gelten aufgrund dieser offensichtlichen und in Studien belegten Zusammenhänge heute sogar als Indikator für mögliche Gefäßerkrankungen – als sogenannte Antenne des Herzens“, sagt PD Dr. med. Tobias Jäger, Urologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V.

Therapie: zuerst die Gefäße dann die Erektionsstörung

Jeder zweite Herzpatient leidet auch unter Erektionsstörungen. Wer Herz- und Gefäßschäden hat, entwickelt demnach sehr viel häufiger Erektionsprobleme. Allerdings ist es aus ärztlicher Sicht wichtig, dass zuerst die Herz-Kreislauf-Erkrankung des Betroffenen behandelt wird und dann die Erektionsstörung. „Männer mit Erektionsstörungen sollten daher immer möglichst frühzeitig einen Arzt aufsuchen, um mögliche zugrundeliegende Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems abklären zu lassen“, sagt PD Dr. med. Magnus Baumhäkel, Kardiologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.11.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. vom 30.10.2018: »Der Penis – Antenne mit Herz«
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