Herzinsuffizienz: Was können Betroffene selbst tun?

Bewegung und mediterrane Kost stärken das Herz. Das hilft besonders Menschen mit Herzinsuffizienz. Außerdem lassen sich die Erfolge einer Reha vor allem mit geeigneten Präventionsmaßnahmen in den Alltag übernehmen und erhalten.

Gesunde Lebensmittel © iStock
(Mannheim – 07.05.2018) „Herzinsuffizienz-Patienten können selbst zur Verbesserung ihres Gesundheitszustandes beitragen, indem sie geeignetes körperliches Training machen. Die Bewegungstherapie ist bei Herzinsuffizienz sehr wirksam, um zusätzlich zur medikamentösen Therapie eine Nachlastreduktion und damit auch eine Entlastung des Herzens zu erreichen. Bewegung reduziert auch die durch Herzinsuffizienz bedingten Krankenhausaufenthalte.“, sagt Prof. Rainer Hambrecht von Klinikum Links der Weser in Bremen.

Bei Herzinsuffizienz: Trainingsplan für ein starkes Herz

Vor Beginn des individuellen Trainingsprogrammes ist eine ärztliche Untersuchung mit Belastungstest und Echokardiographie erforderlich. Mit diesen Basisdaten erstellt der Arzt den Trainingsplan. Ausdauertraining oder hochintensives Intervalltraining sind gleichermaßen geeignet. Prof. Hambrecht rät: „Weil das Hochdosis-Intervalltrainig schwieriger durchzuführen ist, favorisieren wir das praktikablere Ausdauertraining. Dabei wird vier bis fünf Mal pro Woche trainiert. Zunächst absolvieren die Patienten Einheiten von fünf bis zehn Minuten. Diese Trainingsphase wird dann schrittweise gesteigert und die Intensität auf optimal 60 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme angepasst.“ Durchgeführt wird das ärztlich überwachte Training idealerweise in Herzsportgruppen oder in zertifizierten Sportstudios, die speziell ausgebildetes Personal für die Betreuung von Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion haben.

Optimale Ernährung: mediterrane Küche und wenig Salz

Die „Mittelmeer-Küche“ – mit viel Obst und Gemüse – ist für Herzpatienten optimal. Studien zeigen, dass Menschen, die täglich einen Esslöffel Olivenöl oder Walnüsse zu sich nehmen, seltener am Herz erkranken.

Außerdem sollten Betroffene von Herzinsuffizienz pro Tag nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich nehmen und in Absprache mit Ihrem Arzt die Trinkmenge kontrollieren. Alkohol sollten sie nicht oder nur in sehr geringen Mengen trinken.

Wie bleiben Fortschritte, die in einer Reha erzielt wurden, erhalten?

Diese Frage stellten sich Wissenschaftler in der IPP-Studie (Intensives Präventions-Programm nach akutem Myokardinfarkt in Nordwest-Deutschland). Sie untersuchten, wie die positiven Effekte nach einer Reha nach einem Herzinfarkt verbessert und gehalten werden können. Dabei wurden über 300 Patienten in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe bekam nach der Reha eine Standardversorgung, die anderen Patienten erhielten ein intensives Präventionsprogramm. Das umfasste telemedizinische Komponenten und Fortbildungsmodule. Diese schulten die Betroffenen und ihre Partner, wie sie Risikofaktoren im Alltag vermeiden und ungesunde Lebensgewohnheiten ablegen.

„Präventionsmaßnahmen erreichen alle gut, wenn man sie in ihre Lebenswelten hineinträgt.“

Nach der gemeinsamen dreiwöchigen Reha war der Ausgangspunkt beider Gruppen gleich. Denn sie zeigten die selben Verbesserungen in der persönlichen Einstellung zu den Risikofaktoren. „Nach der Gruppeneinteilung stieg die Verbesserung bei der Präventionsprogramm-Gruppe deutlich an, bei der Standardgruppe fiel die Verbesserungskurve signifikant ab, obwohl diese Gruppe auch bei einem Disease-Management-Programm der niedergelassenen Hausärzte mitgemacht hatte.“, sagt Prof. Hambrecht.

Das Präventionsprogramm erreichte Patienten unterschiedlichster Bildungsgrade. Patienten mit Mittel- oder Realschulabschluss profitierten besonders von den Präventionsmaßnahmen, weil sie im Vergleich zu Abiturienten zu Beginn viele Risikofaktoren hatten, die durch das Präventionsprogramm reduziert werden konnten. „Präventionsmaßnahmen erreichen also alle Menschen gut, wenn man sie in ihre Lebenswelten hineinträgt.“, sagt Prof. Hambrecht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.05.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. vom 05.04.2018: Herzinsuffizienz: Was Patienten selbst tun können.
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