Warnzeichen für Herzschwäche

Viele kennen weder Ursachen noch typische Warnzeichen einer Herzschwäche. Dabei ist es wichtig, dass die Herzinsuffizienz frühzeitig erkannt wird.

Arzthände mit Herz © iStock
(Frankfurt am Main – 20.12.2017) Die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist ein ernstes Gesundheitsproblem. Allein in Deutschland leiden nach Expertenschätzungen zwei bis drei Millionen Menschen darunter. Bei der chronischen Herzschwäche handelt es sich um keine eigenständige Krankheit, sondern um die Folge anderer Herzerkrankungen. In etwa 70 Prozent der Fälle entwickelt sich die Herzschwäche aus der koronaren Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck – allein oder gemeinsam mit Diabetes. Aber auch Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündung, Vorhofflimmern oder angeborene Herzfehler können Ursachen für eine Herzschwäche sein.

Herzschwäche zieht auch andere Organe in Mitleidenschaft

„Viele herzkranke Menschen kennen weder die Ursachen der Herzschwäche noch die krankheitstypischen Warnzeichen, mit denen sie sich bemerkbar macht. Besonders sie sind gefährdet, schleichend eine Herzschwäche zu bekommen – der Aufklärungsbedarf ist daher besonders groß“, sagt Herzspezialist Prof. Dr. Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung.  

Die chronische Herzschwäche führt dazu, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Nicht nur das Herz selbst, auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zu Beschwerden wie Atemnot, Leistungsschwäche und Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen und Knöcheln (Ödeme). Im fortgeschrittenen Stadium kann die Herzschwäche zu massiven Beschwerden bei den Betroffenen führen, sie beeinträchtigt ihren Alltag stark und ist lebensbedrohlich.

Warnzeichen Atemnot und Leistungsschwäche

Viele Betroffene wollen Beschwerden der Herzschwäche wie Atemnot, abnehmende Leistungsfähigkeit und Wassereinlagerungen in den Beinen – besonders im Unterschenkel – nicht wahrhaben oder schieben diese auf das Alter. „Die chronische Herzschwäche beginnt zumeist unspektakulär und schleichend mit Atemnot und einer Leistungsabnahme. Man rennt zu Bahn und Bus nicht mehr, weil man schnell außer Atem kommt. Wer unter Atemnot leidet, sollte umgehend zum Arzt, um zu klären, ob es sich um eine Herzkrankheit handelt“, so Meinertz. Denn je früher die Herzschwäche erkannt wird, umso eher lässt sich mit den heutigen Therapiemöglichkeiten die fatale Entwicklung der Krankheit aufhalten oder verlangsamen und die Lebensqualität für Patient und Familie sichern.  

Unterschieden wird zwischen der systolischen Herzschwäche, der Pumpschwäche in der Auswurfphase (Systole) des Herzens, und der diastolischen Herzschwäche. Hier fehlt dem Herzmuskel Elastizität, um genügend Blut aufzunehmen (Füllungsstörung): Der Organismus wird nicht ausreichend mit Blut versorgt – selbst wenn die Pumpkraft des Herzens erhalten ist.

So wird die Diagnose Herzschwäche gestellt

Besteht beim Hausarzt der geringste Verdacht auf eine Herzschwäche, muss der Patient zum Kardiologen zur genaueren Beurteilung der Herzsituation. Ihm stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung – etwa Ultraschall (Echokardiografie), Elektrokardiogramm (EKG), Belastungs-EKG, Röntgen, Katheteruntersuchung oder ein Bluttest mit dem Biomarker NT-proBNP, der im Labor eine Überbelastung des Herzens und so eine Herzschwäche anzeigt.  

Beispiel Bluthochdruck: Hoher Blutdruck führt, wenn er nicht optimal eingestellt ist, durch die chronische Druckbelastung auf das Herz zur Verdickung oder Versteifung des Herzmuskels und dadurch zur diastolischen Herzschwäche. Zur Feststellung der Füllungsstörung ist der Ultraschall ein Standardverfahren.

Was Sie gegen eine Entgleisung der Herzschwäche tun können

Gefürchtet ist eine Entgleisung der Herzschwäche, weil sie häufig zu einer notfallmäßigen Krankenhauseinweisung führt. Zur Entgleisung kann es kommen, wenn der Patient zum Beispiel Medikamente nicht richtig einnimmt oder weglässt oder wenn er nicht auf einen gesunden Lebensstil durch Gewichtsnormalisierung, maßvolles Ausdauertraining (bei stabiler Herzschwäche), gesunde Ernährung und Verzicht auf Rauchen und Alkohol achtet. „Bei der Therapie der Herzschwäche kommt es sehr auf eine aktive Rolle des Patienten an, damit es gar nicht erst zu einer Verschlechterung der Herzkrankheit kommt“, so der Experte.  

Es ist wichtig, dass Arzt und Patient gemeinsam den Verlauf der Krankheit aufmerksam verfolgen und auf die bekannten Warnsignale für eine Entgleisung achten – zum Beispiel durch tägliche Gewichtskontrolle bei Tendenz zur Wassereinlagerung: Steigt das Körpergewicht um mehr als zwei Kilogramm in drei Tagen an, hat sich die Herzschwäche verschlechtert. Dann muss der Patient umgehend seinen Hausarzt oder eine Klinik aufsuchen. Neben der täglichen Aufzeichnung des Körpergewichts in einem Tagebuch sollten auch der Puls und Blutdruck dokumentiert werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.12.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Atemnot oder Leistungseinschränkung? Womöglich steckt eine Herzschwäche dahinter
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