Neue Früherkennungsuntersuchung für Männer: Ultraschall der Aorta

Männern über 65 Jahren steht ab 2018 eine neue Früherkennungsuntersuchung zu: Per Ultraschall sollen Aneurysmen der Bauchschlagader früh entdeckt werden.

Älterer Mann im Gespräch mit einem Arzt © iStock
(Düsseldorf – 15.12.2017) Gesetzlich versicherte Männer über 65 Jahre haben ab dem 1. Januar 2018 Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader (Aorta). Die Untersuchung können Hausärzte, Urologen, Internisten, Chirurgen und Radiologen durchführen.  

Durch dieses Screening sollen Aneurysmen – also gefährliche Aussackungen der Schlagader – frühzeitig erkannt werden. Hintergrund: Reißt ein solches Aneurysma ein, überleben nur 20 Prozent der Patienten den massiven Blutverlust, der dadurch in kürzester Zeit eintritt. „Männer über 65 erkranken sechsmal häufiger als Frauen an einem Aneurysma der Bauchaorta. Zudem steigt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter. Kommen weitere Faktoren hinzu, vor allem das Rauchen oder auch eine familiäre Vorbelastung, erhöht sich das Risiko noch weiter“, sagt Prof. Dr. Hubert Schelzig, Direktor der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD).

Aneurysmen der Aorta werden oft zu spät oder gar nicht diagnostiziert

Oft wird die Erkrankung nur sehr spät oder gar nicht entdeckt: „Beschwerden werden als Bauchschmerzen abgetan oder auch als Rückenschmerzen, wenn die Aussackung der Hauptschlagader etwa auf die Wirbelsäule drückt. Kommt es dann zu einem Riss, im Fachbegriff Ruptur, ist es häufig für einen rettenden Eingriff leider zu spät“, so der Gefäßexperte. Pro Jahr werden in Deutschland über 17.000 Menschen gezählt, die an einem Aneurysma der Bauchschlagader operiert werden. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer noch höher ist, da nicht alle Fälle erkannt und damit auch nicht erfasst werden.

Screening per Ultraschall

Das Screening erfolgt per Ultraschalluntersuchung. Wird dort festgestellt, dass die Bauchschlagader gefährlich erweitert ist, kann schnell gehandelt werden. Dabei kann etwa operativ ein Ersatzgefäß in den erkrankten Bereich der Schlagader eingenäht werden. Eine schonende Alternative dazu stellt das minimal-invasive Einbringen einer Stentprothese über einen kleinen Leistenschnitt dar. Hierbei wird die Gefäßprothese unter Röntgenkontrolle exakt an die erforderliche Stelle geschoben und dort entfaltet. Auf eine große Operation kann so verzichtet werden.  

„Die besten Chancen bestehen natürlich dann, wenn die Erkrankung so früh wie möglich entdeckt und unter optimalen, geplanten Bedingungen therapiert wird. Daher ist das Screening enorm wichtig und der richtige Schritt“, sagt Schelzig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.12.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Düsseldorf: Neu ab 2018: Männer ab 65 haben Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen der Bauchschlagader
  • Gemeinsamer Bundesausschuss, Stabsstelle Patientenbeteiligung: Screening auf Bauchaortenaneurysmen kann zum 1. Januar 2018 starten
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