Richtig Blutdruck messen

Es gibt Gründe, die eine genaue Blutdruckmessung in der Arztpraxis unmöglich machen. Dann ist es wichtig, dass der Patient zu Hause richtig misst.

Seniorin misst zu Hause ihren Blutdruck © iStock
(Mannheim – 05.11.2017) Bluthochdruck führt häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen – rund 50 Prozent der Schlaganfälle und Herzinfarkte gehen darauf zurück. Eine rechtzeitige und effektive Behandlung des Bluthochdrucks mit einer Senkung um nur wenige Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) kann das Risiko für diese Folgeerkrankungen wesentlich verringern. Daher ist es wichtig, die tatsächliche Höhe des Blutdrucks so genau wie möglich zu erfassen.  

„Gerade bei Messungen in der Arztpraxis gelingt es nur unzureichend, möglichst genaue Blutdruckwerte zu erheben“, sagt Prof. Dr. Bernd Sanner von der Deutschen Hochdruckliga (DHL). „Es handelt sich dabei ja um eine Gelegenheitsblutdruckmessung, die nur zu wenigen Zeitpunkten durchgeführt wird.“ Zudem sei zu bedenken, dass Patienten in der Arztpraxis andere Blutdruckwerte haben können als im häuslichen Umfeld. „Fallen sie beim Arzt höher aus, spricht man von einer Weißkittelhypertonie. Fallen sie niedriger aus, liegt eine ,maskierte‘ Hypertonie vor“, erklärt der Experte.

Auf korrekte Messbedingungen achten

„Betroffene sowie prinzipiell alle Menschen über 50 Jahre sollten ihren Blutdruck daher regelmäßig zu Hause messen“, rät Sanner. Zum Einsatz kommen dabei vor allem automatische Blutdruckmesssysteme, wie sie zunehmend auch in Krankenhäusern, Arztpraxen, Rehakliniken und Altenheimen verwendet werden. „Falsches Messen stellt hierbei aber ein großes Problem dar“, sagt der Experte. „Anstatt die Behandlung zu unterstützen, könnten falsch erhobene Werte einer Selbstmessung dann eine erfolgreiche Therapie verhindern.“ Deshalb ist es wichtig, unbedingt auf korrekte Messbedingungen zu achten. „Beachtet man einige Regeln, ist die Blutdruckselbstmessung aber nicht schwer“, so Sanner. „Dazu zählen beispielsweise eine Messung in entspanntem Zustand im Sitzen sowie die richtige Größe der Blutdruckmanschette.“ Während bei der Gelegenheitsblutdruckmessung beim Arzt ein Blutdruckwert von kleiner als 140/90 mmHg als normal gilt, liegt der Grenzwert bei der Blutdruckselbstmessung bei 135/85 mmHg.  

Richtig durchgeführte Blutdruckmessungen im häuslichen Umfeld können die Versorgungssituation wesentlich verbessern: „Je genauere Werte dem Arzt vorliegen, umso effektiver kann er die Therapie gestalten“, sagt Sanner. „Zudem kann bislang unentdeckter Bluthochdruck rechtzeitig erkannt werden, wodurch sich das Risiko für Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verringern lässt.“

So messen Sie Ihren Blutdruck richtig:

  • Messen Sie morgens und abends immer zur gleichen Zeit.
  • Messen Sie erst, wenn Sie fünf Minuten ruhig und im entspannten Zustand gesessen sind.
  • Messen Sie in ruhiger Umgebung und überkreuzen Sie Ihre Beine dabei nicht.
  • Legen Sie den Arm, an dem Sie messen möchten, auf den Tisch.
  • Der Unterrand der Blutdruckmanschette eines Oberarmmessgeräts sollte
    2,5 Zentimeter über der Ellenbeuge enden (Manschette in Herzhöhe). Achten Sie auf die richtige Größe der Blutdruckmanschette – wenn sie zu klein ist, wird ein zu hoher Blutdruckwert ermittelt.
  • Achten Sie bei der Messung mit einem Handgelenkblutdruckmessgerät unbedingt darauf, dass sich die Messmanschette in Herzhöhe befindet.
  • Sind die Blutdruckwerte an beiden Armen unterschiedlich, gilt der höhere Blutdruckwert.
  • Wiederholungsmessungen sollten Sie frühestens nach einer halben Minute durchführen. Empfohlen werden zwei Messungen hintereinander, wobei der zweite, in der Regel niedrigere Wert zählt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Hochdruckliga: Richtig Blutdruckmessen - so geht`s.
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