Gehtraining bei pAVK

Patienten mit der Schaufensterkrankheit müssen beim gehen häufig Pausen einlegen. Dann kann Gehtraining helfen – und schwere Folgen verhindern.

Seniorenpaar geht spazieren © iStock
(Düsseldorf – 06.11.2017) Für Patienten, die unter der Schaufensterkrankheit leiden, gehören sie zum Alltag: heftige, krampfartige Schmerzen in der Wade, aber auch im Fuß, Oberschenkel und Gesäß beim Laufen oder Treppensteigen, die beim Stehenbleiben schnell schwächer werden. Die Folge: Die Betroffenen gehen aufgrund der Schmerzen kürzere Strecken und machen häufig Zwangspausen. Daher kommt auch der Name Schaufensterkrankheit – medizinisch wird die Erkrankung als periphere arterielle Verschlusskrankheit bezeichnet, kurz pAVK.

pAVK: Ablagerungen führen zu Durchblutungsstörungen

Schuld an der Schaufensterkrankheit sind Durchblutungsstörungen der Schlagadern in den Beinen. Bei einer pAVK führen Ablagerungen – unter anderem von Kalk – dazu, dass sich die Beinarterien verengen oder komplett verschließen. Ähnlich wie bei einem verstopften Rohr, fließt nun weniger Blut durch die Arterie und es kommt zu einer Blutunterversorgung der Beine.

Während sich die Erkrankung in frühen Stadien durch die bereits genannten Schmerzen äußert, drohen in späteren Stadien Gewebeveränderungen bis hin zur möglicherweise notwendigen Amputation oder Blutvergiftung durch Infektionen der Wunden. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass in Deutschland etwa jeder vierte Patient über 65 Jahren von pAVK betroffen ist und etwa jeder Zehnte Symptome zeigt. Dabei erkranken Männer viermal häufiger als Frauen. Als besonders gefährdet gelten Diabetespatienten und Raucher – sie haben ein bis zu sechsfach höheres Risiko für die Schaufensterkrankheit.

Mit Sportübungen die Nebengefäße stärken

Für Patienten mit pAVK und einer Gehstreckenverkürzung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und -medizin (DGG) ein regelmäßiges strukturiertes Gehtraining. Damit lässt sich die Gehstrecke wieder verlängern und eine Operation oder gar Amputation verhindern.

„Wenn die Hauptarterien im Bein verschlossen sind, muss das Blut über einen anderen Weg hinkommen. Wir sagen unseren Patienten immer: Die Hauptstraße ist geschlossen, deshalb müssen wir die Nebenstraßen ausbauen“, erklärt Prof. Dr. Hubert Schelzig, Direktor der Klinik für Gefäß- und Endovaskularmedizin. „Gezielte Sportübungen helfen dabei, sogenannte Kollateralgefäße durch Impulse zu stärken. Das sind Nebengefäße der Hauptschlagadern. Durch das strukturierte Gefäßtraining kann das Blut quasi um die Verstopfung umgeleitet und das Bein wieder besser versorgt werden.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Heinrich Heine Universität Düsseldorf: Schaufensterkrankheit – jeder vierte Patient über 65 Jahren ist betroffen: Gehtraining hilft bei schmerzhafter Gefäßerkrankung
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