Schwaches Herz durch zu viel Salz

Eine Studie zeigt: Wer sich sehr salzreich ernährt, erhöht dadurch sein Risiko, an Herzschwäche zu erkranken. Wie viel Salz es höchstens sein sollte.

Grobes Salz auf einem Holzlöffel © iStock
(Düsseldorf/Helsinki – 13.09.2017) Ein hoher Salzkonsum erhöht das Risiko für eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) deutlich. Das zeigt eine groß angelegte finnische Studie, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona vorgestellt wurde.

Studie über zwölf Jahre mit mehr als 4.600 Teilnehmern

Hoher Salzkonsum ist eine wesentliche Ursache für Bluthochdruck und ein bekannter Risikofaktor für Schlaganfall und Koronare Herzkrankheit (KHK). Inwieweit Salz auch zu einem Herzinsuffizienzrisiko beiträgt, untersuchte jetzt Prof. Pekka Jousilahti vom National Institute for Health and Welfare im finnischen Helsinki mit seinem Team. Als Goldstandard zur Erhebung des individuellen Salzkonsums wurden 24-Stunden-Urinproben gemessen – die Forscher waren also nicht auf die Eigenangaben der Probanden angewiesen. Darüber hinaus wurden Gewicht, Größe, Blutdruck und diverse Laborparameter im Blut erhoben.  

Die Studienkohorte wurde über zwölf Jahre nachverfolgt. In diesem Zeitraum entwickelten 121 der insgesamt 4.630 Studienteilnehmer eine Herzschwäche. Probanden, die mehr als 13,7 Gramm Salz pro Tag zu sich nahmen, hatten ein zweimal höheres Risiko, eine Herzschwäche zu entwickeln, als jene Gruppe, die am wenigsten Salz konsumierte – nämlich unter 6,8 Gramm. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen maximalen Salzkonsum von fünf Gramm pro Tag – und definiert einen physiologischen Tagesbedarf von zwei bis drei Gramm.

Prävention durch die richtige Ernährung

„Der übliche Salzkonsum liegt auch in Deutschland weit über diesen Empfehlungen“, sagt Prof. Dr. Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). „Daten, wie sie diese Studie liefert, sind ein weiterer Hinweis, dass der kardiovaskulären Prävention durch geeignete Ernährung und andere Lebensstilmaßnahmen noch viel mehr Bedeutung zukommen sollte.“

Einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zufolge nehmen Männer in Deutschland im Schnitt täglich zehn Gramm und Frauen 8,4 Gramm Salz zu sich. Etwa 80 Prozent der täglichen Salzzufuhr – so die deutsche Verbraucherzentrale – stammt aus verarbeiteten Lebensmitteln. Hauptquellen sind Brot und Brötchen (27 bis 28 Prozent der Salzzufuhr), Fleisch- und Wurstwaren (15 bis 21 Prozent) sowie Milchprodukte und Käse (10 bis 11 Prozent). Häufig enthalten auch Fertiggerichte und Instantsuppen sehr viel Salz, ebenso wie salziges Knabbergebäck.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung: Hoher Salzkonsum erhöht Herzschwäche-Risiko deutlich
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