Hitzetipps für Herzkranke

Vor allem Senioren und Herzkranken machen hohe Temperaturen zu schaffen. Mit diesen Tipps helfen Sie Ihrem Körper, die Hitze besser zu verkraften.

Älterer Mann trinkt Wasser © iStock
(Frankfurt am Main – 31.07.2017) Sommerliche Hitze mit hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung für unseren Körper werden – besonders bei Senioren und Menschen, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind. Mögliche Folgen der Hitze sind Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe. „Diesen Komplikationen können Betroffene vorbeugen, indem sie mit ihrem behandelnden Arzt spezielle Vorsichtsmaßnahmen besprechen, die je nach Herzerkrankung und Behandlung unterschiedlich sein können – zum Beispiel eine Anpassung der Trinkmenge oder notwendige Dosierungsänderungen bei Medikamenten“, sagt Herzspezialist Prof. Dr. Markus Haass von der Deutschen Herzstiftung.

Bei manchen Medikamenten Dosierungsänderungen notwendig

Herzpatienten müssen in den meisten Fällen Medikamente einnehmen. Bei manchen Arzneimitteln für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann aufgrund extremer Hitze eine Änderung der Dosierung notwendig sein – etwa bei blutdrucksenkenden Medikamenten für Bluthochdruckpatienten (ACE-Hemmer, Sartane, Calciumantagonisten) und Diuretika (Entwässerungsmitteln) für Patienten mit einer Herzschwäche. „Herzpatienten sollten deshalb von ihrem Arzt regelmäßig die Dosierung überprüfen lassen und besprechen, welche Medikamente wie lange bei Hitze reduziert werden können“, so Prof. Haass.

Hitze meiden, körperlich schonen und leicht kleiden

Der Mensch ist wie alle Säugetiere ein „gleichwarmes Lebewesen“. Das heißt, egal wie kalt oder heiß es ist, seine Körpertemperatur muss immer auf 37 Grad Celsius gehalten werden. Bei großer Hitze wärmt sich der Körper zu sehr auf, sodass die Wärme wieder abgegeben werden muss. Diese Wärmeabgabe geschieht auf zwei Wegen: über die Haut und über vermehrtes Schwitzen.

Das Blut nimmt die übermäßige Wärme aus dem Körper auf und transportiert sie zu den kleinen Hautgefäßen, die wie „Kühlschlangen“ die Wärme an die Luft abführen. Je größer die Fläche der unbedeckten Haut, je kühler und trockener die vorbeistreichende Luft und vor allem je mehr Blut vom Herzen durch die Hautgefäße gepumpt wird, desto mehr Wärme kann der Körper abgeben. Ein gesundes Herz kann diese Mehrbelastung problemlos bewältigen. Ein krankes Herz dagegen kommt schneller an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. „Ältere Menschen und vor allem Patienten mit einer Herzschwäche sollten daher möglichst größere Hitze meiden, sich körperlich schonen und besonders darauf achten sich sommerlich zu kleiden“, sagt Herzspezialist Prof. Dr. Dietrich Andresen von der Deutschen Herzstiftung. Abkühlung funktioniert am besten durch wenig Bekleidung und Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung – zum Beispiel durch eine Kopfbedeckung.

Zusätzlicher Flüssigkeitsverlust bei Diuretika

Auch durch Schwitzen kühlt der Körper sich ab, verliert dabei aber an Flüssigkeit und Elektrolyten wie Natrium, Kalium und Magnesium – bei sehr heißem Wetter ein bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. Trinken ist daher für den Ausgleich dieses Flüssigkeits- und Elektrolytverlusts so wichtig. „Gesunde Menschen trinken bei Durst automatisch so viel, wie sie zum Ausgleich brauchen. Aber bei älteren oder herzkranken Menschen kann das Durstgefühl nicht richtig intakt sein, sodass sie nicht ausreichend trinken und der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird“, so Prof. Andresen. „Wenn in einer solchen Situation durch eine zusätzliche Einnahme wassertreibender Medikamente (Diuretika) ein stärkerer Flüssigkeitsverlust entsteht, nimmt das Blutvolumen in den Gefäßen ab: Der Blutdruck sinkt und es kann vor allem beim Aufstehen aus liegender oder sitzender Position zu einem Kreislaufkollaps mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kommen.“

Gefahr durch zu viel Flüssigkeit

Da auch die ausgeschwitzten Salze nicht hinreichend ausgeglichen werden, kommt es zu weiteren Beschwerden wie Kopfschmerzen, allgemeine Müdigkeit aber auch Muskelkrämpfen und bisweilen Herzrhythmusstörungen. Ältere Menschen und Patienten mit einer Herzschwäche sollten daher an heißen Tagen genügend – zusätzlich ein bis zwei Liter pro Tag – trinken. Doch Vorsicht: „,Genügend‘ heißt auch: nicht zu viel. Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr kann bei herzkranken Patienten zur Verschlechterung ihrer Herzleistung führen“, so der Herzspezialist. „Deshalb sollten herzkranke Patienten ihre Trinkmenge – aber auch die Medikamenteneinnahme – mit ihrem betreuenden Arzt abstimmen. Tägliches Wiegen hilft, die notwendige Trinkmenge festzulegen.“

Herzpatienten, besonders diejenigen mit Herzschwäche, sollten sich morgens vor dem Frühstück und nach dem ersten Gang zur Toilette wiegen. Generell reicht es aus, sich regelmäßig morgens zur Kontrolle der Flüssigkeitsbilanz zu wiegen. Durch zusätzliches Wiegen am Abend lässt sich die Flüssigkeitsbilanz über den Tag grob einschätzen. Ist das Körpergewicht trotz Flüssigkeitszufuhr um mehr als ein Pfund angestiegen, ist die Trinkmenge zu hoch. Wer als Herzschwächepatient trotz Flüssigkeitszufuhr abgenommen hat, sollte – nur in Abstimmung mit dem Arzt – die Dosierung der Entwässerungsmittel herabsetzen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.07.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung / Deutsche Stiftung für Herzforschung: Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?
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