Training bei Herzschwäche

Lange wurde angenommen, Patienten mit Herzschwäche sollten nicht körperlich trainieren. Studien zeigen jetzt jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist.

Älterer Mann mit Herzschwäche beim Walken © iStock
(München – 13.03.2017) Körperliches Training führt nicht – wie bisher angenommen – zu einer schädigenden Erweiterung der Herzkammer. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität in Trondheim (NTNU) widerlegen diese bisherige Annahme und geben Empfehlungen, wie ein Training bei Personen mit Herzschwäche aussehen sollte.

Bisherige Therapie: Medikamente, Herzschrittmacher und Defibrillator

Die Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) zählt in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Als Folge dieser Erkrankung ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Bislang ist die Prognose bei einer Herzschwäche schlecht und vergleichbar mit manchen Krebserkrankungen.

„Für Herzinsuffizienz stand bisher die medikamentöse Therapie im Vordergrund. Ergänzt wurde dies durch einen Herzschrittmacher, der die Kontraktion des Herzmuskels optimiert, und einen Defibrillator – beides soll einen plötzlichen Herztod durch Herzrhythmusstörungen verhindern“, sagt Prof. Martin Halle vom Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der TU München.

Training war für Patienten mit Herzschwäche lange verboten

Körperliches Training wurde Erkrankten dagegen lange strikt verboten, da befürchtet wurde, dass sich dadurch die Pumpfunktion des Herzens weiter verschlechtert. Doch in den vergangenen Jahren haben Studien bereits gezeigt, dass ergänzendes körperliches Training belastbarer macht und weitere Klinikaufenthalte wegen sich verschlechternder Symptome (Rehospitalisationsrate) reduziert.

Für eine Studie untersuchten Mediziner in neun europäischen Zentren nun, welche Trainingsform sich wie auf ein geschädigtes Herz auswirkt. „Wir belegen mit dieser Studie, wie eine moderate Sporttherapie die Prognose von Erkrankten deutlich verbessert“, so Halle. Patienten, die zwölf Wochen lang an einem überwachten moderaten Training teilnahmen, erzielten in der Studie die besseren Effekte als diejenigen, die allein trainierten. „Wir konnten eine Verkleinerung der linken Herzkammer und damit eine Verbesserung der Pumpfunktion beobachten“, sagt der Experte. „Und es verbesserte sich ihre allgemeine körperliche Verfassung.“ Die Studie konnte keine signifikanten Unterschiede zwischen Intervalltraining bei hoher Intensität und regelmäßigem Standardtraining bei moderater Intensität feststellen.

Etwa hundert Schritte pro Minute sollten es sein

„Insgesamt unterstreicht diese neue Studie, wie sehr ein regelmäßiges körperliches Training bei moderater Intensität allen Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz zu empfehlen ist. Von höheren Intensitäten würde ich persönlich jedoch abraten bis wir mehr darüber wissen und auf Langzeitzahlen zurückgreifen können“, sagt Halle. „Moderates Training bedeutet rund hundert Schritte pro Minute oder 3.000 Schritte in 30 Minuten.“

Vorteile einer individuellen Sporttherapie für Herzpatienten:

  • Das Herz wird entlastet.
  • Das Herz wird durch die verbesserte Herzmuskelfunktion gestärkt.
  • Die Blutgefäße erweitern sich und es werden neue Blutgefäße gebildet.
  • Erhöhter Blutdruck und Blutfettwerte werden gesenkt.
  • Die Sauerstoffaufnahme aus dem Blut verbessert sich.
  • Das Risiko für herz- und gefäßbedingte Notlagen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sinkt.
  • Die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit wird gesteigert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Technischen Universität München: Betreutes Training hilft bei Herzschwäche
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