Plötzlicher Blutdruckanstieg

Ihr Blutdruck steigt plötzlich stark an? Entscheidend für das weitere Vorgehen ist dann, welche zusätzlichen Beschwerden auftreten.

Frau misst Blutdruck © iStock
(Frankfurt am Main – 14.02.2017) Regelmäßig den Blutdruck zu messen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und in Ruhe zum Beispiel Werte von 190 bis 200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht.

Bluthochdruckkrise oder Bluthochdrucknotfall?

Entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte, leichten Kopfschmerzen, Unruhegefühl oder schnellerem Schwitzen unter Belastung auftritt und der Patient keine ernsten Beschwerden hat. Dann handelt es sich um eine sogenannte Bluthochdruckkrise. Wenn jedoch der hohe Bluthochdruck mit ernsten Beschwerden verbunden ist, liegt ein Bluthochdrucknotfall vor. Als ernste Beschwerden eingestuft werden Brustschmerzen, Atemnot, neurologische Ausfälle (Seh- und Sprechstörungen), Krampfanfälle wie bei Epilepsie (nicht Wadenkrämpfe), Benommenheit, Lähmungen, Übelkeit, Erbrechen und Nasenbluten.  

„Bei einem Bluthochdrucknotfall muss sofort unter der 112 der Notarzt alarmiert werden, weil Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge sein können“, sagt Prof. Dr. Thomas Budde vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. „Diese starken Beschwerden sind für die Beurteilung entscheidend, ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht, und nicht die absolute Höhe des Blutdrucks, die durchaus auch unter 200/100 mmHg liegen kann“, betont der Kardiologe.

Checkliste hilft bei der Einordnung: Notfall oder Entwarnung?

Eine Checkliste der Herzstiftung zeigt an, in welchen Fällen man bei deutlichem Blutdruckanstieg den Notarzt alarmieren sollte. Wichtig: Beim Anruf der Rettungsleitstelle unbedingt den Verdacht auf einen Bluthochdrucknotfall äußern, damit nicht ein Krankenwagen geschickt wird, sondern ein Rettungswagen mit Notarzt. Nur er kann sofort am Einsatzort die Behandlung beginnen.

Bluthochdruckkrise – was tun?

Für die Bluthochdruckkrise, bei der es durch den hohen Blutdruck zu geringfügigen Missempfindungen kommt, hat der Arzt mit dem Patienten – der in den meisten Fällen bereits mit Medikamenten behandelt wird – in der Regel bereits besprochen, was zu tun ist. Tritt ein hoher Blutdruck (etwa von über 190/100 mmHg) erstmals ohne ernste Beschwerden auf, kann es sich um einen Zufall handeln. Dann sollten Betroffene nicht in Panik geraten, sondern sich ruhig hinlegen, Musik hören und eine halbe Stunde warten – und dann sehen, wie sich der Blutdruck verhält. In aller Regel gehen die Blutdruckwerte auf etwa 160/100 mmHg zurück.  

Ist der Patient in ärztlicher Behandlung, dann ist er im Normalfall vom Arzt darüber informiert worden, wie er selbst den krisenhaft erhöhten Blutdruck, der oft durch Stress verursacht ist, senken kann – zum Beispiel mit bestimmten Blutdrucksenkern. Auch andere Medikamente – etwa das sedierende Blutdruckmittel Clonidin – können bei einem krisenhaften Blutdruckanstieg infrage kommen. Ebenso Nitrospray, das aber den Nachteil hat, dass es zu Schwindelzuständen führen kann.  

Eine andere Möglichkeit ist das Blutdruckmedikament, mit dem der Patient sowieso behandelt wird, noch einmal zusätzlich einzunehmen. „Oft geht die Blutdruckerhöhung darauf zurück, dass Patienten ihre Blutdruckmedikamente nicht eingenommen haben. Dann sollten sie dies unverzüglich nachholen“, sagt Budde. Auch nach einer Bluthochdruckkrise sollte der Blutdruck die nächsten Tage sorgfältig überwacht werden.

Zum ersten Mal erhöhten Blutdruck gemessen

Wenn ein krisenhaft erhöhter Blutdruck zum ersten Mal gemessen wird, sich aber nicht senken lässt und unverändert hoch bleibt, ist eine sofortige Behandlung beim Arzt oder in der Klinik-Ambulanz notwendig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?
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