Herzinfarkt durch Kälte

Derzeit gibt der Winter noch einmal richtig Gas. Besonders Herzpatienten sollten bei starker Kälte Überanstrengung vermeiden.

Ältere Frau im Schnee © iStock
(Frankfurt am Main – 13.01.2017) Für manche Menschen bedeutet starke Kälte ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Niedrige Temperaturen können insbesondere für ein krankes Herz eine gefährliche Zusatzbelastung darstellen – bis hin zur Auslösung eines lebensbedrohlichen Angina-pectoris-Anfalls oder Herzinfarkts. Starke Kälte belastet die Herzkranzgefäße, indem sich die Gefäße verengen und die Blutversorgung des Herzmuskels vermindern, der dadurch weniger Sauerstoff bekommt. Gleichzeitig werden auch die Widerstandsgefäße im übrigen Körper verengt, sodass das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen muss.

Anzeichen ernst nehmen

„Geht ein bisher Gesunder in die Kälte hinaus und bekommt plötzlich Schmerzen, einen Druck oder Brennen im Brustkorb und Atemnot, dann ist das ein Warnzeichen. Umgehend sollte ein Arzt aufgesucht werden, der das Herz gründlich untersucht“, sagt der Herzspezialist Prof. Dr. Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung. Solche Brustschmerzen dürfen keinesfalls als Reizung der Bronchien durch die Kälte verharmlost werden, was nicht selten vorkommt – oft mit fatalen Folgen. Denn die genannten Beschwerden können auf eine mangelhafte Sauerstoffversorgung des Herzens hindeuten und somit Vorboten eines Angina-pectoris-Anfalls oder Herzinfarkts sein.

Auf die gefühlte Kälte kommt es an

Was aber heißt starke Kälte? Es kommt nicht unbedingt auf die Temperatur auf dem Thermometer an, sondern mehr auf die gefühlte Kälte, so der Herzexperten. Bewegung bei minus drei bis minus fünf Grad Celsius kann bei Gegenwind oder Smogwetter deutlich unangenehmer sein als ein klarer windstiller Wintertag bei minus fünf bis minus zehn Grad. Bei Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich sollte körperliche Belastung vermieden oder auf ein Mindestmaß beschränkt werden. „Wenn Herzpatienten bei Minusgraden ins Freie gehen, sollten sie nach Möglichkeit einen Schal leicht über Nase und Mund legen, damit sie die vorgewärmte Luft vor den Minusgraden schützt“, rät Prof. Meinertz.

Als Herzpatient aufs Schneeschippen verzichten

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bereits eine Herzerkrankung besteht. So sollten Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen bei starker Kälte auf hohe körperliche Anstrengungen wie Schneeschippen verzichten. Denn ein vorgeschädigtes Herz kann dadurch schnell überfordert werden – im Extremfall drohen Herzinfarkt oder plötzlicher Herztod. Wenn Koronarpatienten bemerken, dass sie plötzlich empfindlicher als sonst auf Kälte reagieren, sollten sie dies rasch mit ihrem Arzt besprechen, um gegebenenfalls durch eine Anpassung ihrer Behandlung einer sich verschlimmernden Angina pectoris vorzubeugen. Außerdem sollten sie morgens – zu einer Zeit also, in der der Körper schon durch die Nacht-Tag-Umstellung belastet ist – nicht aus dem Haus gehen, ohne vorher ihre Medikamente eingenommen zu haben. Experten sind der Meinung, dass gerade in solchen Situationen und unter solchen Bedingungen vor einer geplanten Belastung auch der Einsatz von ein bis zwei Hub Nitrospray unter die Zunge hilfreich ist.

Was ist bei Kälte erlaubt?

Grundsätzlich rät die Deutsche Herzstiftung dazu, sich auch im Winter ausreichend zu bewegen – mindestens dreimal 30 Minuten pro Woche. Statt jedoch Aktivitäten mit hohen Belastungen zu wählen, sollten weniger anstrengenden Sport bevorzugt werden. Geeignet sind zum Beispiel ausgedehnte Winterspaziergänge, Walking-Einheiten oder kleinere Joggingrunden. Beginnen Sie zunächst langsam, damit Ihr Körper sich auf die Kälte einstellen kann. Bei extremer Kälte bietet es sich an, den Sport in die Turnhalle zu verlegen oder ein paar Bahnen im örtlichen Hallenbad zu schwimmen. Möglich ist auch ein Hometrainer, der sich zum Beispiel im Wohnzimmer aufstellen lässt. Als Faustregel hat sich dabei bewährt, die Intensität so zu wählen, dass zwar der Puls ansteigt, aber eine Unterhaltung noch gut möglich ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.01.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Minusgrade können Herzanfall auslösen
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