Stressabbau schützt Herz

Dauerstress erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Tipps, wie Sie durch Stressbewältigung Herz und Kreislauf schützen.

Mann sitzt gestresst am Schreibtisch © iStock
(Frankfurt am Main – 09.11.2016) Chronischer Stress ist ein bedeutsamer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Probleme wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen und somit auch für Herzinfarkt und Schlaganfall. Damit es gar nicht erst zu einer Gefährdung für das Herz kommt, sollten Betroffene ein paar wichtige Punkte im Umgang mit Stress berücksichtigen.  

„Dauerstress, dem keine Entspannung folgt, macht krank, weil viele Menschen durch ihn leicht in Verhaltensweisen hineingeraten, die das Herz-Kreislauf-System ruinieren: Betroffene greifen dann häufig zur Zigarette, ernähren sich aus Frust ungesund, werden dadurch übergewichtig oder trinken zu viel Alkohol und bewegen sich zu wenig. Auch Schlafmangel ist ein häufiges Problem. Die Folge sind Bluthochdruck, Alkohol, KHK und Rhythmusstörungen“, sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig vom Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung und Professor für Psychosomatische Medizin und Medizinische Psychologie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München und dem Helmholtz-Zentrum München.

Stress ist nicht grundsätzlich schlecht

Dabei ist Stress nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Für blitzschnelles Reagieren in Belastungs- und Gefahrensituationen setzt der menschliche Organismus Stresshormone – Adrenalin und Noradrenalin – frei, die den Herzschlag beschleunigen, den Blutdruck erhöhen oder die Atmung anregen. Stress ist die Anpassungsreaktion des Körpers auf die Kräfte, die aus seiner Umwelt auf ihn einwirken. „Anspannung gehört zum Leben, ihr muss aber Entspannung folgen, sonst führt der Dauerstress zu Erschöpfung und Immunschwäche“, erklärt der Experte. „Unter chronischem Stress sind wir für Infektionen und andere Krankheiten anfälliger.“

So schützen Sie sich vor einer Belastung für Herz und Gefäße

Zu einer wirkungsvollen Stressbewältigung zählen Psychokardiologen wie Prof. Ladwig zum Einen
  • die Änderung des Lebensstils durch Rauchverzicht,
  • regelmäßige Ausdauerbewegung wie Radfahren, Schwimmen, Joggen oder Nordic Walking (fünfmal pro Woche je 30 Minuten),
  • gesunde Ernährung (zum Beispiel im Sinne der traditionellen Mittelmeerküche),
  •  Gewichtsnormalisierung und
  • mäßigen Alkoholkonsum.
Zum anderen gehört auch das Einbeziehen psychosozialer Probleme des Alltags in die Behandlung dazu. „Am besten ist es, mit Stress umgehen zu lernen, bevor sich aus Dauerstress Bluthochdruck oder Diabetes entwickelt“, so Ladwig.  

Der Experte empfiehlt, den eigenen Alltag aus großer Distanz – sozusagen aus der Helikopterperspektive – genau anzusehen und nach Alternativen zu hinterfragen, die eine Entlastung ermöglichen: am Arbeitsplatz etwa über Arbeitszeitmodelle (Teilzeit, Jobsharing, Homeoffice), in der Familie durch eine neue Arbeitsteilung oder über Zeitinseln für Aktivitäten, die der Entfaltung von eigenen Interessen dienen – selbstgewählte Herausforderungen wie Musizieren, Sprachen lernen oder Sport. „Ausdauerbewegung ist nicht nur ein hervorragendes Antistressmittel, sondern hat sich auch als Schlafmittel bewährt“, sagt Ladwig. Bei Entspannungstechniken sieht er Vorteile insbesondere dann, wenn man sich auf den Atem und den eigenen Körper konzentrieren muss, da diese Momente von den stressauslösenden Problemen wegführten. Vom Fernsehen als Variante der passiven Entspannung rät der Experte dagegen ab.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.11.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Dauerstress: Wie schützt man sich vor einer Gefährdung für Herz und Kreislauf?
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