Welcher Sport bei KHK?

Bewegung tut Patienten mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße wie der KHK gut. Aber welche Sportart ist die richtige?

(Frankfurt am Main – 01.02.2016) Immer noch ist vielen Herzpatienten mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße – der koronaren Herzkrankheit (KHK) – nicht bewusst, dass Bewegungsmangel ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung und das Fortschreiten einer KHK ist. Wer sich jedoch regelmäßig ausdauernd bewegt, bremst dadurch eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und senkt so das Risiko für Herzinfarkt und Herzschwäche.

„Von den moderaten Ausdaueraktivitäten wissen wir, dass sie die günstigsten Effekte auf das Herz von Patienten mit koronarer Herzkrankheit haben – also flottes Gehen, Radfahren, Walken, Joggen, Rudern oder Schwimmen. Betroffene können diese Aktivitäten leicht bei niedriger bis moderater Intensität durchführen“, erklärt Prof. Dr. Stephan Gielen vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Kardiologe am Universitätsklinikum Halle (Saale).

Empfohlen wird ein Training von mindestens 30 Minuten fünfmal in der Woche. Mit Ausdaueraktivitäten lassen sich gleich mehrere günstige Effekte erzielen. „Die Leistungsfähigkeit und die Lebenserwartung der Patienten verbessern sich. Zudem verringert sich die Zahl der Krankenhausaufenthalte. Das erhöht die Lebensqualität für die Betroffenen und ihre Familien“, so der Experte. Darüber hinaus werden die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt günstig beeinflusst – durch Gewichtsabnahme, durch Senkung von Blutfettwerten (hohes Cholesterin) und hohem Blutdruck.

Ergänzendes Krafttraining

Weil durch Krafttraining Kraft und Flexibilität einzelner Muskelgruppen verbessert werden, wird es bei KHK-Patienten zunehmend ergänzend zur Ausdauerbewegung eingesetzt. Krafttraining hat dann ähnliche Effekte wie moderates Ausdauertraining, wenn es mit niedriger Last und häufigen Wiederholungen ausgeübt wird – zum Beispiel Übungen mit 30 Prozent der Maximallast, die der Patient stemmen kann, bei 20 Wiederholungen. „Allerdings sollten Betroffene auch hier bei ihrem Kardiologen klären, ob für sie Krafttraining infrage kommt“, rät der Herzspezialist.

Eher ungeeignet bei einer bestehenden Erkrankung der Herzkranzgefäße sind Ballsportarten wie Fußball, Handball, Squash oder Tennis, weil die Spieler dabei den Ehrgeiz haben, den Ball unbedingt noch erreichen zu wollen. Dadurch ist oft ein hoher Krafteinsatz erforderlich, sodass als Folge Überlastungen des Herzmuskels auftreten können. Achtung: Die Trainingsintensität muss bei Herzpatienten immer vom Arzt individuell ermittelt und dosiert werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen und Komplikationen zu vermeiden.

Wer sollte lieber nicht schwimmen?

Für viele Patienten ist Schwimmen eine ideale Sportart. Allerdings bleibt es den Patienten vorbehalten, die kein erhöhtes Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen haben. „Patienten mit einem implantierbaren Defibrillator (Implantierbarer Cardioverter Defibrillator, kurz ICD) sollten in jedem Fall nur nach Einverständnis des behandelnden Kardiologen schwimmen gehen, da der ICD nicht vor einem möglichen Bewusstseinsverlust als Folge der Herzrhythmusstörungen schützt“, sagt Gielen.

Generell sollte die Entscheidung, ob der Patient schwimmen gehen kann, vom Arzt getroffen werden – gegebenenfalls nach Durchführung eines Belastungs-EKGs und einer Ultraschall-Untersuchung („Herzecho“), etwa bei Patienten mit einer Minderdurchblutung des Herzmuskels (Myokardischämie) oder einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.02.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Welcher Ausdauersport ist für Koronarpatienten ratsam?
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